Vorbemerkung.
Für die Organisationsarbeit ist eine zuverlässige und leicht
erreichbare Uebersicht über den Umfang des Arbeitsgebietes unent-
behrlich. Weiß man, wieviel Unternehmungen es in den baugewerb-
lichen Berufen gibt, wieviel Personen darin tätig sind, ist man dar-
über unterrichtet, wie sich die Berufszugehörigen auf die einzelnen
Berufsarten wie auch auf die verschiedenen Reichsgebiete verteilen,
So kann man daran ermessen, wie weit unsere Organisation schon
vorgedrungen und wieviel gewerkschaftliches Oedland noch urbar
zu machen ist. Unsere Julistatistik läßt uns alljährlich seit 1924 einen
Teil dieses großen Gebietes überschauen. So wichtig und aufschluß-
reich diese Ergebnisse unserer eigenen Zählung auch sind, mehr als
ein Teilergebnis wird man davon nicht erwarten dürfen. Unsere als
Zähler mithelfenden Kollegen werden bestenfalls immer nur die Be-
triebe erreichen, wo Bauarbeiter, organisiert oder nicht organisiert,
beschäftigt sind. Die kleinsten Betriebe, deren Inhaber womöglich
irgendwo weitab vom eigentlichen Verkehr allein oder vielleicht mit
1 oder. 2 Hilfskräften oder mit einigen Lehrlingen arbeitet, diese
Zwergbetriebe werden durch unsere Julistatistik auch bei größtem
Fleiß unserer Zählhelfer kaum vollständig zu erfassen sein. Sehr
zweifelhaft ist es auch, ob unsere Zähler die Montagearbeiter er-
reichen, die sehr oft ganz für sich allein in großen Indusiriewerken
beschäftigt sind, von den Werksmaurern und sonstigen Bauarbeitern
ganz zu schweigen, die immer noch von baufremden Gewerkschaften
als Mitglieder aufgenommen werden.
Hier muß uns nun die amtliche Statistik zu Hilfe kommen. Die
im Deutschen Reiche im Juni 1925 nach 18jähriger Pause wieder auf-
genommene Volks-, Berufs- und Betriebszählung ermittelt über jeden
Einwohner Deutschlands die persönlichen Verhältnisse, seine Be-
rufszugehörigkeit sowie seine Berufsstellung. Unser Jahrbuch hat in
seinen Ausgaben von 1926 und 1927 schon Auszüge aus den Ergeb-
nissen der amtlichen Zählung mitgeteilt. Das Statistische Reichsamt
macht die amtlichen Zählergebnisse nach und nach der weiteren
Oeffentlichkeit in einer Reihe umfangreicher Bände zugänglich. Natür-
lich kann sich nicht jeder diese Bände anschaffen. Ihr Preis würde das
schon verhindern. Außerdem wäre es aber auch für den Hand-
gebrauch viel zu umständlich, im Bedarfsfalle das eine oder andere
aus diesen Bänden herauszusuchen. Dazu sind seit den früheren, in
den Jahren 1882, 1895 und 1907 durchgeführten Zählungen dieser