Betriebsformen und Betriebsgrößen. 87
im Jahre 1922 . . . . . um 196 auf 425 und
im 1. Halbjahr 19023 . . . . um 164 auf 589.
Die Zahl der A.-G. 's hat sich also in den letzten anderthalb
Jahren fast verdreifacht.
Während Ende 1921 das Tischlergewerbe die meisten A.-G.'s aufzuweisen hatte,
steht heute die Gruppe Holzbearbeitung, Säge-Industrie und Holzhandel an erster Stelle.
An zweiter Stelle steht heute die Gruppe Tischlerei und an dritter die Mussikinstrumenten-
industrie. Auf diese drei Gruppen entfallen fast drei Viertel aller A.-G.'s.
In der Holzk onservierung s industriez1) sind die privaten Unter-
nehmungen bei weitem vorherrschend. Von 80 Betrieben sind nur 10 Betriebe in Händen
öff entlich er Unternehmungen. Drei Kyanisierbetriebe sind im Besitze der Reichs-
post und sieben Druckimprägnierbetriebe in Händen der deutschen Reichseisenbahn.
Das zur Errichtung eines Kyanisierwerkes notwendige Anlagekapital ist relativ gering.
Deshalb treffen wir auch als Besitzer solcher Unternehmungen noch ziemlich viele Einzel-
unternehmer oder offene Handelsgesellschaften an, welche ja ihrer wirtschaftlichen und
sozialen Bedeutung nach noch zur Einzelunternehmung zu zählen sind, wenn sie auch formell
nicht mehr dazu gehören. Dennoch ist die Kapitalgesellsc<h a f t auh auf dem
Gebiete der Kyanisierung führend. Noch stärker aber breiteten sich die Kapitalgesellschaften
und deren wichtigste, die A.-G., bei den Dru > im pr ägnierbetrieben aus, und
das schon aus dem Grunde, weil die weit komplizierteren und umfangreicheren maschinellen
Einrichtungen eines Druckimprägnierwerkes große Kapitalien erfordern. Allein über
die Hälfte – und dabei noch die leistungsfähigsten – Imprägnierwerke sind in
Händen zweier Aktiengessellsh a ften. – Mit 17 Werken beherrscht
nämlich gegenwärtig die Rüt g er s - Wer k e A.-G., Berlin, das nord deut che
Verbrauchsgebie. Das s ü d d e ut \ < e Verbrauchsgebiet wird mit 6 großen Werken
von der Gebr. Himmelsbach A.-G.,, Freiburg, beherrscht.
Meist werden die Konservierungswerke von den Unternehmern im Rahmen anderer
Holzveredlungsanlagen, z. B. mit Säg e wer k en und in Verbindung mit dem
Holzh andels geschäft betrieben. Im Zusammenhang mit der Belieferung der
Reichsbetriebe mit konservierten Hölzern kommt jedoch auch, wenn auch nicht immer, die
Loh nimprägnierung vor.
Betriebsformen und Betriebsgrößen
in der Forst- und Holzwirtschaft.
Aus der versschiedenartigen Anwendung von K a pit a l ergeben sich die ver-
schiedenartigen Betrieb s - Fo r men.
So kann man unterscheiden eine e xt en s i v e von einer int e n \ i v e n Betriebs-
form, eine Klein- von einer Großbetriebs form je nach der Art der für
den Betrieb angewandten K a pit a lv er w end ung.
Unter einer e xt ensiv en Betriebs form versteht man im allgemeinen eine
Betriebsform, die mit geringem K a pital- und Arbeitsaufwand eine
geringe Ausnutzung der Produktionsmöglichkeiten bietet.
1) Dr. Fritz Restl e, „Das Problem der Holzkonservierung in volkswirtschaftlicher Be-
leuchtung usw.“, ungedruckte Dissertation, Gießen 1923.