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kehrenden Qiiarantainemassnalimen an der Sulina zu erreichen, die, sanitätspolizeilich zwecklos,
den DampfschilFahrtsverkehr um so schwerer benachtheiligten, als sie nur auf denselben und
nicht auch zugleich auf den Eisenbahnverkehr Anwendung fanden und von den sich selbst über
lassenen Localbehörden ganz willkürlich gehaudhabt wurden. Erst das Gutachten des in Wien
abgehaltenen 111. internationalen medicinischen Congresses, in welchem sich viele hervorragende
Autoritäten für die Aufhebung dieser mit den modernen Verkehrsmitteln im Widerspruch
stehenden Massregeln aussprachen, veranlasste das k. u k. Ministerium des Aeussern, für 1874
einen internationalen Congress nach Wien einzuberufen, um die Quarantainefrage eingehend
zu berathen, eventuell diese Verkehrsschranke zu beheben.
So schwierig sich unter solchen Verhältnissen der Betrieb der gesellschaftlichen
Unternehmung gestalten musste ; so hoch andererseits die Anforderungen waren, welche mit
Einem Male an die finanzielle Kraft der Gesellschaft gestellt wurden, so konnte doch die
gewonnene Entwicklungsfähigkeit ihre Wirkung weit über die Gesellschaftskreise hinaus nicht
verfehlen. Dies trat zunächst in dem geänderten Verhalten der concurrirenden Schiffahrts
gesellschaften zu Tage.
Es war kein blosser Zufall, dass schon im Frühjahre 1873 der Ersten k. k. priv.
Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft vom Verwaltungsrathe der Vereinigten ungarischen
Dampfschiffahrts-Gesellschaft der Wunsch nahe gelegt wurde, eine Vereinigung beider Gesell
schaften durchzuführen. Letztere war unter dem Impulse des nationalen Gedankens aus einer
Leihe vereinzelter Unternehmungen hervorgegangen, als die gesellschaftliche Unternehmung,
durch die Garantie Verträge beengt, den angewachsenen Verkehr der letzten Sechziger - Jahre
nicht mehr ganz bewältigen konnte.
Während es anfänglich den Anschein hatte, dass die ungarische Legislative für das
angeblich rein nationale Institut eintreten wolle, verschloss sich mit dem endlichen Perfect-
werden der Befundirungsverträge diese Aussicht; die nacheinander folgenden Missernten in
Ungarn entzogen dem Binnenverkehre auf der Donau das Substrat, ohne dass die Vereinigte
ungarische Gesellschaft befähigt gewesen wäre, in den internationalen Verkehr werkthätig
einzugreifen. Der beschränkte Wirkungskreis nöthigte dann zu einer Herabsetzung der Tarife,
die nur Verluste brachte, für die es keinerlei Compensation gab.
Ein solcher Zustand Hess keine Hoffnung, der nun mit verjüngter Kraft in den Wett
kampf eintretenden Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft die Spitze bieten oder sich auch nur
neben ihr behaupten zu können. Es blieb nichts Anderes übrig, als sich mit dem Gedanken
einer Ablösung vertraut zu machen ; und es war nicht die Schuld der Donau - Dampfschiffahrts-
Gesellschaft, wenn nicht schon die ersten Verhandlungen zum Ziele führten, vielmehr die
ungarische Gesellschaft zur Liquiditäten gedrängt und dadurch gezwungen wurde, ihr Eigenthum
1874 unter minder günstigen Bedingungen, als sie früher erreichbar waren, hintanzugeben.
Für die Gesellschaft resultirte daraus kein Vortheil, da der durch die zweite Schätzung fest
gestellte Preis in Folge der inzwischen eingetretenen Abnützung der Objecte herbeigeführt
wurde, und überdies die Befriedigung der Gläubiger der ungarischen Gesellschaft, um welche
es sich nunmehr in erster Linie handelte, nur mittelst ungünstigerer Zahlungsbedingungen
möglich war.
Ueberhaupt bildete schon der Umfang des abzulösenden Unternehmens, welches 45
Dampfboote mit 4060 Pferdekräften, 79 eiserne, 46 hölzerne Schleppe, 45 Stehschiffe und