Marsilius Ficinus.
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Allgemein vollzieht sich die Gliederung des Alls in fünf ver-
schiedenen Graden und Stufen, die gegenseitig auf einander hin-
weisen, um zuletzt in ihrer stetigen Folge zum Einen, unbeding-
ten Sein wieder zurückzuführen. Je nach der Teilhabe an den
beiden entgegengerichteten Principien der Mannigfaltigkeit
und der Einheit gestaltet und gliedert sich die Ordnung der em-
pirischen Wirklichkeit. Von dem Körper und den körperlichen
Qualitäten führt der Weg zur menschlichen Seele, von dieser
wiederum zu den reinen himmlischen „Intelligenzen“ und zum
göttlichen Sein empor. Während der Körper als solcher, ver-
möge der Teilbarkeit ins Unendliche, schlechthin in eine Vielheit
von Elementen auseinanderfällt, ohne in sich ein Prinzip der Be-
grenzung und Bestimmung zu besitzen, stehen bereits die Qua-
litäten, wie Licht und Farbe, um eine Stufe höher. Denn wenn-
gleich auch sie verhaftet am Stoffe zu kleben scheinen und nur
an den ausgedehnten Massen in die Erscheinung treten, so ist
doch der eigentliche Ursprung ihrer Wirksamkeit nicht in dem
Gebiet des bloss extensiven Mehr und Weniger zu suchen. Sie
bedürfen nicht der Erstreckung in Länge, Breite und Tiefe, son-
dern sind ganz und ungeteilt bereits in jedem kleinsten Bezirk
des Körpers, in jedem Massenpunkte enthalten. So sind sie in
Wahrheit individuelle Naturen und Bestimmtheiten, die
durch die Teilung des körperlichen „Subjektes“, an dem sie sich
uns zunächst darstellen, nicht berührt werden. Die Weisse, die
in irgend einem Teil eines weissen Körpers enthalten ist, lässt
sich im strengen Sinne nicht als einen Teil der Qualität, son-
dern nur als die Qualität eines Teiles denken: die Zerfäl-
lung geht lediglich das stoffliche Substrat an, nicht die Farbe
selbst, die überall die gleiche „indivisible“ Natur und Beschaffen-
heit aufweist. Die „ratio albedinis“ ist dieselbe im ganzen Körper
und in jedem seiner einzelnen Bestandstücke. So ergibt sich hier
bereits ein neues Verhältnis von Einheit und Vielheit:
die unterscheidende Eigentümlichkeit der Qualität wird nicht
durch Zusammensetzung gewonnen, sondern als eine wesent-
liche Einheit erfasst, die erst mittelbar, indem sie sich gleichsam
successiv über die verschiedenen Teile eines Körpers ausbreitet,
an den Bestimmungen der Quantität teilhat. In den Qualitäten
der Körper aber wurzeln alle ihre Kräfte und Wirkungsfähig-