Kompositive und resolutive Methode.
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ihnen kein „notwendiger und wesentlicher Zusammenhang“, wie
er allein den Gegenstand logischer Untersuchung ausmachen
kann. %)
Der Beweis ist somit erst dann in sich vollendet und abgeschlossen,
wenn er einen Kreislauf beschrieben hat und zu seinem
Ausgangspunkt zurückgekehrt ist, der ihm indes jetzt in neuem
begrifflichen Lichte erscheint. Nachdem das analytische Verfahren
uns zu den Bedingungen hingeleitet hat, die notwendig und hinreichend
sind, die gegebene Erscheinung zu erklären, müssen wir
umgekehrt streben, aus der Setzung und Herstellung dieser Bedingungen
das Phänomen, um das es sich handelt, wiederum
hervorgehen und entstehen zu Jassen. Erst in dieser Umwendung
liegt die Probe und Rechtfertigung für die vorangegangene
begriffliche Zerlegung. Was vom Standpunkt der Analysis als
letztes Ziel und Ende erscheint, das darf daher in Wahrheit nur
als der erste fruchtbare Anfang der theoretischen Betrachtung
und Beweisführung gelten. Die Bedeutung dieser Ausführungen
Zabarellas ergibt sich uns sofort, sobald wir sie in moderne
Sprache übersetzen. In der Unterscheidung von kompositiver und
resolutiver Methode handelt es sich um den Gegensatz von Deduktion
und Induktion. Es ist das Verdienst von Zabarellas
Logik, diese beiden Grundmethoden bestimmt gegen einander abgegrenzt,
zugleich aber sie in ihrer notwendigen Wechselbedingtheit
erfasst und dargestellt zu haben. Es genügt nicht, die Induktion
als eine zufällige und planlose Anhäufung beliebiger Einzelfälle
zu denken: wir müssen ihr innerhalb der Logik selbst
ihren Ort anweisen und ihre Rechtfertigung geben. Diese Begründung
vollzieht sich in dem gedanklichen Verfahren der Ana-Iysis,
das der Induktion als ihr Korrelat und ihr logischer Ausdruck
zur Seite zu stellen ist.®) Ausdrücklich wird daher die
„resolutive“ Methode den empirischen Wissenschaften vorbehalten
und von dem „analytischen“ Verfahren, das in der Mathematik
zur Anwendung gelangt, unterschieden. Denn innerhalb
der Mathematik besitzen die ursprünglichen und die abgeleiteten
Erkenntnisse, besitzen Prinzip und Folgerung denselben Grad
und dieselbe Stufe der Gewissheit. Die Elemente sind hier, was
ihren logischen Charakter und Wert betrifft, einander völlig koordiniert
und bedingen sich wechselseitig, sodass es im Grunde