Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

24. Titel: Ungerectfertigte Bereicherung. 88 818, 819. 1575 
wenn der Empfänger nah 8812 Abf. 1 Sag 1 zur Herausgabe des 
ohne rechtlichen Grund Erlangten verpflichtet ift und den Ma des recht- 
lichen rundes beim Empfange kennt oder fpäter in Erfahrung 
bringt (mala fides superveniens), Das Rennenmüffen fteht hier dem 
Rennen nicht gleich (val. S 122 Abi. 2; die8 gilt auch binfichtlich des Fiskus, 
}). Urt. d. Neichager. vom 29. Oktober 1909 RGES. Bo. 72 S, 155). Die nad 
3818 of. 4 mit der Recht&hängigkeit des Herausgabeanfpruchs verbundenen 
olgen treten in diefen Falle JHon im Zeitpunkte des Empfanges 
der in dem Zeitpunkt ein, in dem der Empfänger den Mangel des recht- 
lichen Grundes erfährt CM. II, 340 {f., 845 {ff., 847, 853 ff... ZOG. IT, 426 ff., 
VI, 526 f., 8. IL, 711). 
, Der wichtigfte hieher gehörige Fall ift die Annahme des zur Erfüllung 
einer. Verbindlichkeit Geleifteten in Kenntnis des NichtbeftehenS der Ver- 
bindlichfeit (nach gemeinem Rechte war in  diefem Falle die condictio 
jurtiva begründet; val. Dernburg, Band. Bd. 2 8 130 Anm. 11, S 141 
Anm. 19, Windfheidb-Kipp, Pand. Bd. 2 S. 898 Aum. 16), HGieher gehört 
jerner der Fall der Leiftung auf Grund eineS anfechtbaren Rechtsgefhäfts, 
zeffen Unfechtbarkeit der Empfänger kannte (S 142 Hol. 2; ebenfo ®oldmann- 
Lilienthal S. 877 Ann. 16, Windicheid=Kipp, Band. Bd. 1 S, 434, ROR.: 
Romm. Bent. 1 und nunmehr au DVertmann Bem. 1, a, ferner Urt. d. 
DL®. Köln vom 22. Februar 1907 Recht 1907 S. 306; DE Pe 
Neußerung der Motive [II 847] kommt nicht in Betracht, da die Borfehrift 
de8 8 142 Abi. 2 dem € I undekanut war; and. Anf., wie es fcheint, Pland 
Bem. 2 zu 8820; val. auch Urt, d. OLG. Hamburg vom 27. November 
1909 fpr. d. OLG. Bd. 20 S. 246 ff. . (Weiterbegebung von Wechfelnm, die 
jür Börfjentermingefchäfte gegeben wurden). 
Der Beweis, daß der Empfänger den Mangel de3 rechtlichen 
rundes heim Empfanage gekannt oder fpäter erfahren habe, obliegt dem 
Aäger (MM. IL, 842). Wil der Empfänger geltend machen, er habe ange: 
nommen, daß auch dem Leiftenden der Mangel des KRechtsarundesS bekannt 
war, fo ift er biefür beweispflichtig (%. II, 711). 
Xit der Empfänger nach 8 817 zur Gerausgabe verpflichtet, fo treten bie 
nach $ 818 Wof. 4 mit der RechtShängigkeit des HerausgabeanjpruchS ver- 
dundenen Folgen fhon mit dem Empfange der Seiftung ein, ohne 
Rückhicht darauf, ob {ih der Empfänger des Verftoßkes gegen das gefeBliche 
Berbot oder die guten Sitten bewußt war oder nicht (We. II, 850, ZOG. IL, 
431, %. II, 712). Mala fides superveniens ijt bier ausgefOloflen. Kommen 
zeit nach der Annahme Umftände zur Kenntnis des CmpfängerS, die 
‘on von der Annahme hätten abhalten müfjen, fo verbleibt eS bei den Grund- 
äben des 8 818 Ahr. 1—3 (Me. II, 850; ebenfo Goldmann-Lilienthal S. 878 
Anm, 21; and. Anf. Pland Bem. 2). . . 
Der Bewei3, daß der Empfänger durch die Annahme der Seiftung 
gegen ein geleßlidhes Verbot oder gegen die guten Sitten verftoßen hat, ob- 
Sn äger (Urt. d. Neihsger. vom 4. Mai 1985 Kur. Wichr. 1905 
3, A 
Wußte der Empfänger, daß der mit der Leiftung bezwedte Erfolg un m 5g1ih 
eintreten fanıt (oder wegfallen muß), fo gilt daS gleiche wie in dem unter a 
zrwähnten Falle. War dem Leijtenden die Unmöglichkeit de8 Eintritts 
de3 Erfolgs bekannt, fo ijt die Rückforderung nach S 815 ausgefchloffen. 
leber den all, daß der Eintritt des EriolaS al ungewiß anagefehen 
murde, f. S 820. 
2, Sit der Empfänger gefbäftsunfähig, fo tritt die verfhärfte Haftung ein, 
wenn die VorausfeBungen de8 S 819 Abi. 1 oder 2 in der Perion des gefeblichen Ver: 
ireter38 vorliegen fo nunmehr auch Fifcher-Henle Note 3). 
, 8. Die Grundfäße über die weitergehende ea nah Maßgabe der VBorfchriften 
iber unerlaubte Handlungen (SS 823 ff., 1. ingbefondere SS 848 F.) werden durch 
3 819 nicht berührt (X. IL, 847, 854; %. IL, 712). Vol. binfichtlih der Anwendbarkeit 
de8 & 393 Urt. d. ULG®. Dresden vom 16. Februar 1910 Hipr. d. DLG, Bd. 21 S. 194. 
4. Ueber den Fall des 8 541 ZPO. |. Borbem. 9, b. 
. 5. Die Frage der Anwendbarkeit des S& 819 gehört zur Zeftitellung des Grundes 
des Anfpruchs und darf daher nicht in das Nachverfahren über die Höhe des Anfpruchs 
RN werden (Urt. d. MeichSaer. vonı 22. Kanuar 1910 Warnener Erg.-Bd. 1910 
S. ). 
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