Die denkende und die ausgedehnte Substanz.
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möglich. Körper und Seele erscheinen nach dem Ausspruch der
Sinne und der alltäglichen Erfahrung, die Descartes in diesem
Punkte ebenso anerkennt, wie er sie anfangs verworfen hatte,
als „verbunden“: aber sie können niemals in wahrhafter Bedeutung
begrifflich „geeint“ werden. Zwar versucht Descartes
gelegentlich eine solche Einigung, indem er ausführt, dass wir
verschiedene Klassen geistiger Kategorien besitzen, von denen die
zinen zur Darstellung der Körperwelt, die anderen zur Darstellung
der reinen Inhalte des Denkens bestimmt sind, während eine dritte
Klasse „ursprünglicher Begriffe“ dazu dient, uns den Zusammenhang
von Geist und Körper darzustellen und verständlich zu
machen (Vgl. ob. S. 393.) Indessen lässt es sich zwar begreifen,
wie die Seele „in sich selbst“ die Urbilder findet, nach denen sie
las Denken und seine Bestimmungen umfasst und beurteilt; es
lässt sich weiter verstehen, wie sie mittels der Ideen der Auslehnung,
Gestalt und Bewegung, die bereits als reine Erzeugnisse
des Denkens bezeichnet waren, das immanente Sein der materiallen
Erscheinungen ihrem Gesetze unterwirft. Völlig dunkel aber
muss es bleiben, wenn in dem Geiste selbst eingeborene Begriffe
vorausgesetzt werden, die sich nicht auf die Tätigkeit oder den
Inhalt des Bewusstseins beziehen, sondern eine Beziehung zu
ziner fremden, heterogenen Substanz ausdrücken, mit der er
nicht wesentlich, sondern nur zufällig und nachträglich „in Verbindung
steht“. Descartes selbst muss sich, um diesen Zusammenhang
zu verdeutlichen, auf eine scholastische Grundanschauung
berufen: wie die „Qualität“ der Schwere, die selbst
aur ein unteilbares und stoffloses Sein darstellt, die schwere Macerie
zur Erde zieht, so soll auch die Seele den Körper bewegen
können, ohne sich mit ihm zu vermischen und ihm gleichartig
zu werden.®) Deutlich erkennt man hier, dass er den Anthropomorphismen,
die er aus der Grundlegung der Physik
jür immer verbannt hatte, in der Ausdeutung des metaphy-‚schen
Verhältnisses von Leib und Seele nicht zu entgehen
vermochte.
Und so ist es schliesslich — so paradox dies auf den ersten Blick
erscheinen mag — das psychologische Problem, an dem seine
Philosophie, die Philosophie des „Cogito“, scheitert. Die Erkenntnis
der äusseren Natur geht unbeirrt ihren sicheren methodischen