Object : Der Pommersche Landbund

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Kriegsteilnehmer  und  bereits  vier  und  fünf  Jahre  auf  dem  Gut  tätig.
Der  Besitzer  hat  sich  geäußert,  und  wenn  es  50  000  Mk.  kostet,  ich  will  diese
Leute  raus  haben.
Bezeichnend  ist,  daß  Arbeiter  des  Kreises  Stolp  mehrmals  folgendes
Schreiben  erhielten,  daß  durch  Rechtsanwälte  zugesandt  wurde:
Sie  haben  das  von  Herrn  Horch  Ihnen  zugegangene  Kündigungsschreiben ­
  zurückgesandt.
Ich  mache  Sie  darauf  aufmerksam,  daß  die  Rücksendung  des  Kündigungsschreibens ­
  selbstverständlich  keinen  Einfluß  auf  die  Rechtmäßigkeit
der  Kündigung  hat.  Um  aber  allem  Zweifel  vorzubeugen,  kündige  ich
Ihnen  hiermit  im  Auftrag  des  Herrn  Horch  nochmals  das  Arbeitsverhältnis ­
  und  die  Wohnung  zum  1.  April  7920.  Sie  haben  also  am  1.  April
1920  zu  räumen.
In  Kosemühl  hat  Administrator  Hagen  alle  drei  Vertrauensleute
des  Verbandes  gekündigt.
Ende  Dezember  fand  in  Gr.  Düb  z  o  w  eine  Versammlung  des  Landbundes ­
  statt.  Oberinspektor  Voßberg  traktierte  die  Arbeiter  mit  Schnaps.
Als  diese  betrunken  waren,  sprach  er  zu  ihnen:  „Kommt  her  zu  mir  alle,
die  Ihr  mühselig  und  beladen  seid,  ich  will  Euch  erquicken."  Als  die  Leute
die  Aufnahmen  unterschrieben  hatten,  sagte  der  Redner  des  Landbundes:
„Nehmt  auf  Euch  mein  Joch."  Am  andern  Tag  sandten  die  Arbeiter  die
Aufnahmescheine  wieder  zurück.  Ein  Beweis  dafür,  in  welcher  Weife  auch
heute  noch  agitiert  wird.
Kreis  Schlawe.
Auf  dem  Gut  A  l  t  -  R  e  p  p  i  n  ,  Besitzer  v.  Z  i  tz  e  w  i  tz  ,  sind  zwei
Familien  am  1.  Oktober  1919  gekündigt  worden,  ohne  Angabe  irgendwelcher
Gründe:  Der  Hofmeister  R.  ist  f  ü  n  f  z  e  h  n  Jahre,  der  Schmied  H.
sechzehnIahream  Ort.
Auf  dem  Gut  Petershagen,  Pächter  Gaede,  sind  drei  Familien
gekündigt  worden.  Wir  lassen  dazu  den  Brief  unseres  Bevollmächtigten  der
Ortsgruppe  Petershagen  folgen:
Der  Domänenpüchter  Gaede  hat  drei  Familien  gekündigt,  in  erster  Linie
.  dem  Bevollmächtigten,  weil  er  für  den  Verband  arbeitet.  Die  Herren
Arbeitgeber  haben  sich  verschworen,  solche  Leute  im  Landbund  nicht  zu
beschäftigen.  Wenn  wir  nicht  ausziehen,  wird  die  Räumungsklage  eingereicht. ­
  Run  bitte  ich  umgehend,  daß  Maßnahmen  getroffen  werden,  um
diesem  Treiben  der  Agrarier  ein  Ende  zu  bereiten,  sonst  sind  hunderte
von  Familien  obdachlos  zum  Frühjahr  und  der  Bolschewismus
ist  in  voller  Blüte.
Auf  dem  Gut  Segenthin,  Kreis  Schlawe,  Besitzer  v.  Blument
  h  a  l,  ist  Kollege  F.  K.  zum  1.  April  1920  gekündigt  worden.  Kollege  K.
wurde  von  der  Versammlung  als  Vertrauensmann  der  Zahlstelle  Segenthin
gewählt.
Auf  dem  Gut  A  l  t  -  R  i  s  l  o  w  ,  Kreis  Schlawe,  Besitzerin  Frau
G  l  o  x  i  n,  ist  Kollege  K.  zum  1.  April  1920  gekündigt  worden.  K.  war  zum
Kontraktmachen  gewählt  nach  den  Sätzen  der  Vereinbarung  zwischen  dem
Arbeitgeber-  und  Arbeitnehmerverband  am  7.  Juli  1919  in  Stolp.
Auf  dem  Gut  B  o  v>k  o  w  ,  Kreis  Schlawe,  Besitzer  v.  R  a  tz  m  e  r,  wurde
der  Arbeiter  K.  W.  zum  1.  April  1920  gekündigt.  Am  9.  Juni  1919  wurde
W.  in  der  Versammlung  als  Vorsitzender  der  Ortsgruppe  gewählt,  wurde
beauftragt,  mit  dem  Besitzer  über  Tarifsätze  zu  verhandeln.  Der  Besitzer
weigerte  sich,  die  Sätze  anzuerkennen.
            
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