Full text: Entstehung und Bedeutung der Preußischen Städteordnung

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gewährt, für Schwachbefähigte gesorgt usw. usw. So kommt es auch, 
daß in nicht wenigen Staädten für das Unterrichts⸗ und Erziehungswesen 
fast die Hälfte der gesamten Einnahmen bereit gestellt wird 
Für die Höhe dieser Ausgaben und zum Nachweise, wie sie sich 
in den letzten Jahrzehnten gesteigert haben. im folgenden noch einige 
Zahlen: 
Die gesamten Unterhaltungskosten der Volksschulen (für die Lehrkräfte, Schul— 
bauten usw., ohne Aufwendung der Ruhegehälter) betrugen auf den Kopf des 
Schülers z. B. in 
8 
90* 
Dppeln. 18, 15 86 
Stralsunde. 36,1 17 
Halle. . 34 6 85,89 
Erfurt. 41, 10 7,19 
Beuthen. .. 30,31 57,94 
Maadeburg.. 40.89 70,12 
1885 
1905 
— M 
Barmen. 36,02 80,17 
Berlin . 54,88 9441 
Stolp —VW 29,02 117,60 
Schöneberg.. 24,40 134,08 
Frankfurt a. M. 84,24 135,00 
Hildesheim.. 38518 138,24 
Doch genug der Zahlen. Schon aus den wenigen, die angeführt 
werden konnten, geht sattsam hervor, welch frisches Leben den 
Städten erblüht. 
In den Fenstern unseres Germanischen Museums zu Nürnberg, das 
dazu bestimmt ist, Zeugnis von der Kultur des deutschen Volkes zu 
geben, stehen Städtesprüche von Felix Dahm Uqler ihnen ist 
zu lesen: 
Ihr Schwestern reicht die Hand vom Weichselstrom zum Rhein: 
Der Städte Reigentanz soll undurchbrechlich sein. 
Dieses Bild ist es, das die deutschen Städte heute bieten: sie stehen, 
wie einst in den glänzenden Tagen des Mittelalters, wieder einheitlich 
und geschlossen im deutschen Volksleben da. Freilich noch wollen gerade 
in ihnen zahlreiche und schwere Aufgaben erfüllt sein, wenn die jung 
aufstrebende Entwickelung dem deutschen Volke und seiner Kultur zum 
Heile gereichen soll. Aber die Städte stehen unter einem guten Zeichen. 
Ein großer Deutscher hat einmal die Frage gestellt, „welche Regierung 
die beste sei?“ und hat sie beantwortet: „Die, die uns lehrt, uns selbft 
zu regieren.“ Im Zeichen dieser Selbstregierung wird das deutsche 
Bürgertum seine Städte höher und höher füͤhren, in getreuer Bewährung 
des Vertrauens, in dem ihm einst in harter Notzeit der große Reichs 
freiherr vom Stein den Weg wies unter der Losung: 
„Gemeingeist und Bürgersinn.“
	        
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