Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

- 168 —

Offizielle
Statistik.

entsprechen deshalb annähernd bei der Einfuhr den thatsächlich dafür
zu erlangenden Summen; anders bei der Ausfuhrstatistik, abgesehen
davon, daß dieselbe in früheren Zeiten allgemein und auch jetzt noch
in vielen Ländern weit unvollständiger ist als die Finfuhrstatistik, weil
die Zollbehörden die Registrierung ausüben und nur die verzollbaren
Gegenstände mit größerer Genauigkeit verfolgen. Abgesehen davon
erscheint der Wert der Ausfuhr zu gering, weil die Tnlandspreise
natürlich weit niedriger sind, als die im AÄAuslande zu erwartenden.
Der Kaufmann kann nur unter der Voraussetzung exportieren, daß er
vom Auslande einen so viel höheren Preis erhält, daß dadurch die
Transportkosten, die Risikoprämie und ein erheblicher kaufmännischer
Gewinn gedeckt werden. Wird daher, wie noch jetzt in den hauptsächlichsten
 Ländern, der Wert der Ausfuhr einfach nach den Inlandpreisen
berechnet, so wird er gegenüber den thatsächlichen Verhältnissen ohne
weiteres um 25—33 %, ja vielleicht noch um mehr zu niedrig angesetzt,
wenn das exportierende Land den Transport selbst besorgt. Nach der
Statistik scheint hier eine Unterbilanz vorhanden zu sein, welche thatsächlich
 nicht vorliegt, Es verschwand die deutsche Unterbilanz, die
noch im Jahre 1879 im Betrage von circa einer Milliarde herausgerechnet
war, schon als in den folgenden Jahren der Wert durch ein zweckmäßigeres
 Verfahren genauer festgestellt wurde, und wäre schon vorher
nicht gefunden, wenn man, wie es der damalige Direktor des preußischen
statistischen Bureaus allerdings willkürlich versuchte, einen Aufschlag
für Transportkosten und Geschäftsgewinn bei den ausgeführten Waren
hinzugerechnet hätte. Die durch die Statistik in vielen Ländern herausgerechnete
 Unterbilanz ist deshalb nur eine rechnerische und giebt keinen
ausreichenden Anhalt zur Beurteilung der thatsächlichen Handelsbilanz.
Aber wenn auch faktisch sich eine ungünstige Handelsbilanz für
ein Land ergiebt, so ist damit nicht gesagt, daß darunter der Wohl-Statistik

 der Handelsbilanz:

1820
1840.
1850
1860
1870
1880
1890
1895

1896
1897
1898 '
1899
1900 |
1901

Das britische
Reich

Frankreich | OS EneiOh-Einfuhr
 | Ausfuhr | Einfuhr | Ausfuhr

Einfuhr | Ausfuhr

in Mill. Pfa. St.

in Mill. Fres.

in Mill. Gulden

32,5
67,5
100,5
210,5
303,8
411,2
420,7
4167

18,9
116,5
197,3
164,5
24.1,1(1869)
286,4
328,2
285.8

747
791
1897
3158
5038
4436 |
3790

695
1068
2277
3075
3468
3753
3374

813,5 | 676,008r
610,7 [771,4
7225 17418

441,8
451,5
470,4
485,1
528,3
59929

206,4 3799
204,2 3956
294,0 472
360.7 627
354.3 ‚4697
3483 | 4714

3401
3578
ZA1C

Kronen
1411 1548
1510 532
639 615
09 861
69E 719492

2
4.056

Deutschland

Einfuhr | Ausfuhr

in Mill. Mk.

2819
3271
4273
4941

2893
3204
3409!)
3494

1558 3754
4864 3786
5440 4010
5783 4368
6043 ı 14752
5710 4512

Ai) Ende 1888 fand der Zollanschluß Hamburgs, Bremens und Altonas statt.
Die Zahlen für die siebziger Jahre sind mit den späteren nicht zu vergleichen, da
die Erhebung eine andere war.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.