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zweckmäßigsten ist. Darauf ist zunächst negativ zu antworten: eine
gleiche Verteilung des Besitzes und Einkommens ist ebenso schädlich
wie eine zu große Verschiedenheit derselben, indem wenige außerordentlich
reiche Leute der großen Masse des Proletariats gegenüberstehen;
und die Konsequenz hieraus ist, positiv gefaßt, daß unter
Vermeidung der Extreme ein breiter Mittelstand,. der ein behäbiges
Dasein zu führen vermag, aber noch unter dem Druck lebt, durch
Arbeit für seinen Unterhalt und sein Fortkommen sorgen zu müssen,
und zugleich die Mittel besitzt, sich eine bessere Bildung verschaffen
and seine Arbeitskraft durch Kapital unterstützen zu können, als die
Hauptgrundlage für die Förderung der wirtschaftlichen wie geistigen
Kultur das zu Erstrebende ist.
_ Jeder Kulturfortschritt wird nach den Ergebnissen der Geschichte
und der Beobachtung der Gegenwart stets durch Einzelne, die der
Gesamtheit vorauseilen, angebahnt, und nur langsam können allmählich
die Massen nachgezogen werden. So lange die Gesamtheit auf der
gleichen Stufe steht, es an hervorragenden Individuen fehlt, bleibt ein
Land in Stagnation, weil das gleiche Vorschreiten eines ganzen Volkes
in der Kultur ebenso erschwert ist, wie der gleichmäßige Vormarsch
der breiten Front eines Heeres durch einen Urwald, während, sobald
ein schmaler Weg durchgeforstet ist, unter Vortritt Einzelner in
schmaler Reihe die Gesamtheit leicht nachrücken, das ganze Heer
schnell vorwärts kommen kann. Will man der Gesamtheit die gleiche
Bildung verschaffen, jedem Einzelnen die gleichen Mittel zur Verfügung
stellen, so gehören Jahrhunderte dazu, um den wirtschaftlichen Wohlstand
zu erlangen und den Fortschritt zu ermöglichen, den man
heutigen Tages bei der Auswahl Einzelner zu höherer Bildung und
besserer Ausrüstung mit Kapital in wenig Jahren erreicht. Die Differenzierung
der Bevölkerung durch die Ungleichheit des Besitzes, daher
der Bildung und Leistungsfähigkeit, ist die Vorbedingung eines angemessenen
Kulturfortschrittes. .
Auf der anderen Seite wird eine zu große Ungleichheit und Schädlichdamit
Konzentrierung des Besitzes und Einkommens kulturschädlich keit der Konwirken,
und um so mehr, je größer der Gegensatz ist, und je mehr „zentration
die große Masse zur Dürftigkeit verdammt ist, die darbend und aus des Bositzes.
der Hand in den Mund lebend nicht die Mittel besitzt, um ihre Kräfte
zu höherer Leistung auszubilden, und durch die Sorge um den täglichen
Unterhalt von jedem höheren Streben zurückgehalten wird,
während ein sehr großes Einkommen naturgemäß den Erwerbstrieb
unterdrückt und überhaupt leicht eine Erschlaffung der Energie zur
Folge hat, Zugleich entwickelt sich das Streben, die großen Summen
möglichst zu genießen und infolgedessen naturgemäß einen extremen
Luxus auszubilden, indem der Versuch gemacht wird, den Genuß zu
potenzieren durch Vergrößerung der Ausgaben für wertvolle Befriedigungsmittel.
Solcher Luxus muß natürlich entsprechend die Verwendung
von Mitteln nach anderer Richtung vermindern. und er wird
auf Kosten der übrigen Bevölkerung geführt.
Wir kommen damit zugleich auf die wichtige Frage, welche Ausgaben,
resp. welche Lebensansprüche berechtigt sind, welche dagegen nicht.
Gerechtfertigt werden die Bedürfnisse sein, deren Befriedigung
notwendig ist, um das Leben und die Arbeitskraft zu erhalten und zu
fördern, außerdem diejenigen, welche ein Kulturbedürfnis befriedigen,
also in ethischer Hinsicht läuternd, hebend, veredelnd auf den Menschen