Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Der eigentliche Begründer unserer Wissenschaft ist unzweifelhaft Leben und
der Schotte Adam Smith, auf dessen Persönlichkeit wir deshalb Werke.
stwas näher eingehen. Er wurde in dem Städtchen Kirkaldy in
Schottland als Sohn eines Zollkontrolleurs geboren und ist unter beachränkten
 Verhältnissen aufgewachsen. Nach Absolvierung der
unteren Schule seiner Vaterstadt gelangte er 1737 auf die Universität
Glasgow und von dort nach Oxford. Auf den Wunsch seines Vormundes
 studierte er zunächst Theologie, warf sich aber bald völlig
auf die Philosophie. Nach Beendigung seiner Studien kehrte er in
lie Heimat zurück und hielt von 1748—50 in Edinburgh öffentliche
philosophische Vorlesungen, besonders über Rhetorik und Aesthetik.
Da dieselben großen Erfolg hatten, wurde er 1751 an die Universität
Glasgow berufen, wo er besonders die Vorträge über Moralphilosophie
übernahm und sonstige philosophische Vorlesungen hielt. In dieser
Stellung, die er bis 1764 einnahm, hat er sein erstes Hauptwerk
„Theory of moral sentiments“ 1759 herausgegeben und in den Grundzügen
 sein späteres Hauptwerk ausgearbeitet und in seinen Vorlesungen
vorgetragen, 1762 wurde er von der Universität Glasgow zum Doctor
f Laws ernannt. Im Beginne des Jahres 1764 gab er seine Professur
auf, um den jungen Herzog Buccleugh als Mentor auf Reisen in
Frankreich und der Schweiz zu begleiten und in Toulouse und Paris
3inen längeren Aufenthalt zu nehmen. In dieser Zeit hat er Gelegenheit
 gehabt, mit den hervorragenden Nationalökonomen, namentlich
den Physiokraten, in nähere Beziehung zu treten, und wenn auch, wie
Hasbach richtig nachgewiesen hat, seine Anschauungen in der
Hauptsache schon vorher allseitig entwickelt und in den Vorlesungen
festgelegt waren, so hat er doch durch diesen Verkehr, wie durch die
physiokratischen Schriften, die bereits erschienen waren, sicher bedeutsame
 Anregung für sein großes Werk gewonnen. Im Oktober 1766
kehrte er nach England zurück und ließ-sich nach kurzem Aufenthalt
in London in seiner Vaterstadt nieder; dort arbeitete er sein bedeutsamstes
 Werk aus, welches 1776 unter dem Titel „Inquiry into the
aature and causes of the wealth of nations“ erschien. Noch zu seinen
Lebzeiten hat dasselbe eine große Zahl von Auflagen und Ueberzetzungen
 in die Hauptkultursprachen erfahren. Zur Herausgabe
seines Werkes hielt er sich 1775 bis 1776 wieder in London auf,
kehrte dann aber in seine Vaterstadt dauernd zurück. 1778 wurde er
Mitglied einer höheren Zollbehörde, wodurch ihm ein ausreichender
Lebensunterhalt gewährt wurde. Noch in demselben Jahre wurde ihm
lie Ehre zu teil, zum Rektor der Universität Glasgow gewählt zu
werden. Schon früh begann er zu altern und starb am 17. Juli 1790,
Außer dem erwähnten Werke hat er nur noch wenige kleine
Artikel geschrieben und nach Vollendung seines großen Werkes überhaupt
 nichts mehr erscheinen lassen. Alle seine Papiere, die er zur
Hand hatte, vernichtete er kurz vor seinem Tode, dagegen sind noch
seine Vorlesungen zunächst auf Grund der Nachschrift eines seiner
Schüler, Millard, und neuerdings nach einem aufgefundenen Manu-Skript
 publiziert. Der Titel dieses Werkes lautet: Ad. Smith, Lectures
 on justice, police, revenues and arms. Delivered in the University
 of Glasgow. Reported by a student in 1763 and edited with an
introduction and notes by Edwin Cannan, Oxford 1896. (S. auch
darüber Diehl. Jahrb.. 3. F.. Bd. XVIIL. 8. 244.)
            
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