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keit ist auf Wertvermehrung gerichtet, und wo durch menschliche
Arbeit Werte geschaffen werden, spricht man von Produktion. Aber
nicht jede Werterhöhung schließt auch eine Steigerung des Volkswohlstandes
ein, weil sie, wie oben gezeigt, auch allein auf einer Wertverschiebung
beruhen kann. Eine Wertvermehrung kann ferner auch durch
die Natur allein geschehen. Das ist der Fall, wenn z. B. in der Nähe
einer Stadt an unbenutzten Bergabhängen ohne menschliches Znthun
ein Wald aufwächst, der mit der Zeit einen hohen Wert gewinnen
kann. In dem Walde konzentriert sich vielleicht ein Wildstand, dessen
Fleisch in der Stadt einen weit höheren Wert hat, als zur Deckung
der Unkosten der Jagd erforderlich ist. Ein ausgestochenes Torfmoor
liefert sich selbst überlassen nach 30 Jahren wiederum einen reichen
Vorrat an Brennmaterial, ohne daß menschliche Arbeit darauf verwendet
wurde. Ueberall allerdings muß schließlich menschliche Arbeit
hinzutreten, um nutzbar zu machen, was die Natur geschaffen hat; aber
diese Thätigkeit ist darum nicht überall bestimmend für den Wert des
Gegenstandes, worauf es hier allein ankommt.
Bei weitem der größte Teil der Werte wird aber unzweifelhaft
durch menschliche Thätigkeit in Verbindung mit der Natur erzielt.
Dies kann geschehen durch Herstellung neuer Gegenstände, wie der
Halme und Körner des Getreides, oder durch Umformung vorhandener
Güter, um ihnen dadurch einen höheren Wert beizulegen, z. B. durch
das Zermahlen der Körner zu Mehl. Niemals kann selbstverständlich
von einer Neuschaffung von Stoffen die Rede sein, sondern überall
handelt es sich nur um Umwandlung vorhandener, die durch Verbindung
mit anderen zu neuen Gegenständen werden oder durch Umbildung
neue Gestalt annehmen. Der Streit, ob es nur einen Produktionsfaktor
giebt oder drei, scheint uns sehr müßig, und mehr auf eine verschiedene
Auffassung des Wortes hinauszulaufen als auf eine prinzipiell
verschiedene Beurteilung der Produktion. Für die Annahme nur des
einen Faktors Arbeit sind besonders Rodbertus-Jagetzow und
Karl Marx eingetreten, und sie haben viele Anhänger gefunden. Es
dürfte indessen dadurch nur Verwirrung aber nicht klareres Verständnis
für die wirtschaftlichen Vorgänge erreicht sein, weshalb wir an der
alten Unterscheidung der drei Produktionsfaktoren: Natur, Kapital und
menschlicher Arbeitskraft festhalten.
Daß jene drei Faktoren zusammen wirken müssen, um Werte zu
erzeugen, daß der Mensch isoliert nichts zu schaffen vermag, sondern
nur wenn ihm Gaben der Natur zur Verfügung stehen, und er sie mit
Geräthen oder Maschinen verwerten kann, leugnet natürlich auch Rodbertus
nicht. Aber diese werden nur als Hilfsstoffe zur Unterstützung
der menschlichen Hand angesehen, die sie verschieden benutzt, und das
den Wert Schaffende ist nach ihm nur die menschliche Arbeit. Um
dem entgegenzutreten, betonten wir oben ausdrücklich, daß in vereinzelten
Fällen die Natur selbständig, ohne Zuthun des Menschen Werte,
vorzubringen vermag, wenn auch zur Benutzung derselben Menschen
natürlich hinzutreten müssen, Aber auch aus anderen Vorgängen ist
diese selbständige Schaffenskraft der Natur wie des Kapitals leicht ersichtlich.
Niemand leugnet, daß derselbe Arbeitsaufwand durch verschiedene
Bodenarten in der Landwirtschaft sehr verschiedenen Ernteertrag
zu erzielen vermag. Wir schreiben den Mehrertrag des guten
Bodens diesem zu, Rodbertus dagegen allein der Arbeit, die nur durch
humosen Lehm fruchtbringender geworden ist. Der Schneider, der mit
Freie Wertbildung,
7roduktion.