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dadurch im Werte niedrig stehen, in die Gegenden höheren Bedarfs
und erhöht deshalb den Wert derselben. Dasselbe Quantum Kohle
oder Getreide hat durch eine angemessene Verteilung im Lande eine
erhebliche Werterhöhung erfahren. Derselbe Vorrat hat im Lande weit
größere wirtschaftliche Bedeutung gewonnen, der Volkswohlstand ist
dadurch wesentlich erhöht. Der Handel wirkt in der gleichen Weise
auch ohne Transport, indem er die Gegenstände in die Hände über-
führt, welche einen besseren wirtschaftlichen Gebrauch davon machen
können. Wenn zwei Gutsnachbarn die aufgezogenen Tiere ihrem Be-
darf entsprechend austauschen, indem der eine zu viel Kühe, der andere
zu viel Pferde hat, und jeder von dem anderen bezieht, was ihm zur
Komplettierung seines Inventares fehlt, so haben durch den Tausch
jene Tiere sowohl für die Privatwirtschaften, welche sie empfingen, wie
für die ganze Volkswirtschaft einen höheren Wert erhalten. Durch den
Tausch fand eine Wertproduktion statt. Der Handel ist in dieser Weise
ebenso produktiv wie die Industrie. Er liefert ein Mittelglied oder den
Schluß des. Produktionsprozesses, und ist als ein Teil desselben auf-
zufassen, der erst beendigt ist, wenn der Gegenstand in der Hand des
Konsumenten seine Bestimmung der Bedürfnisbefriedigung erreicht hat.
Ein Unterschied zwischen dem Außen- und dem Innenhandel ist hierbei
nicht anzuerkennen,
Die Verkennung der Bedeutung des Handels und die vielfach
ihm entgegengebrachte Mißachtung ist auf die Beobachtung zurück-
zuführen, daß der Handel auch unproduktiv auftritt. Das kann der
Fall sein, wo eine künstliche Preissteigerung durch Spekulation oder
durch Monopolisierung herbeigeführt wird, ohne zugleich eine Wert-
steigerung zu erzielen. Es handelt sich dann allein um eine Wert-
verschiebung, und der Kaufmann bereichert sich auf Kosten des Produ-
zenten oder Konsumenten, ohne der Volkswirtschaft zu nützen. Aber,
weil eine Spekulation unproduktiv und einseitig auf die Ausbeutung
des Publikums gerichtet sein kann, ist, wie später zu zeigen sein wird,
nicht jede Spekulation unproduktiv. Weil eine Anzahl Kolonialwaren-
aändler, Cigarrenläden u. s. w. überflüssig sind, sind nicht alle ent-
behrlich. Weil in einer kleinen Stadt durch Ringbildung die Kaffee-
preise zu hoch geschraubt sind, ist nicht die Preiserhöhung durch den
Detailhandel überhaupt ungerechtfertigt und der Zwischenhandel ent-
behrlich und unproduktiv. Unberechtigte Preissteigerung wird ebenso
mitunter mit Recht dem Fleischer, wie dem Fabrikanten vorgeworfen.
Es giebt ebenso zeitweise einen Ueberfluß an Bäckern, Schuhmachern,
wie Bierbrauereien, Papierfabriken u. s. w., deren Thätigkeit in Zeiten
der Ueberproduktion als unproduktiv bezeichnet werden muß. Bei
übermäßiger Bodenzersplitterung in reinen Agrargegenden, wo die
Arbeitskraft der Bevölkerung nicht genügende Verwendung findet, ist
ebenso ein Ueberfluß an Landwirten zu beklagen, wie bei dem obigen
Beispiele an Kolonialwarenhändlern. Wenn der Landwirt eine ver-
fehlte Melioration durchführt, wenn er eine falsche Fruchtfolge einführt,
eine den Verhältnissen nicht entsprechende Tierrasse hält und ev. noch
anrationell ernährt, so ist auch seine Thätigkeit eine unproduktive, welche
den Volkswohlstand nicht hebt, sondern schädigt. Wie aber deshalb nicht
die ganze Landwirtschaft unproduktiv ist, so auch nicht der Handel, Das mensch
Eine Werterhöhung kann aber, abgesehen von dem Handel, noch 55 "ca
durch eine andere Aenderung des Verhältnisses zwischen dem urteilen- Wer er-
len Menschen und dem beurteilten Objekte stattfinden, das ist der zeugend,