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blieb sich dann die Produktion ungefähr gleich. Es. ist aber aus den
Angaben ersichtlich, wie außerordentlich schnell in der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts die Produktion an Silber zugenommen hat, und
mit der des Goldes gemeinsam einen erheblichen Druck auf den Wert
des Edelmetalles ausgeübt haben muß, so daß er in dem 17. Jahr-
hundert gegenüber der Zeit von 1300—1500 mindestens auf die Hälfte
gesunken ist, und gegenüber der Zeit von 1750—1850 etwa wie 1,5
zu ] angenommen werden kann.
Infolge der Entdeckung der Goldlager in Kalifornien nahm nun
seit 1848 die Goldproduktion in außerordentlicher Weise zu. War
die jährliche Produktion in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts etwa
23700 Kilo Gold gewesen, so veranschlagt man sie in der Zeit von
1851—80 auf 187000 Kilo, sie hat sich also verachtfacht. Zu gleicher
Zeit nahm auch die Produktion an Silber erheblich zu, die aber doch
nur ungefähr eine Verdoppelung erfuhr. Dies hätte unzweifelhaft eine
gewaltige Entwertung der Edelmetalle herbeiführen müssen, zumal zu
gleicher Zeit der Umsatz auf Grund des Kredites und die Anwendung
der Geldsurrogate vermittelst der Banken eine große Ausbreitung ge-
wannen, wenn nicht in jener Zeit der Weltverkehr eine wesentliche
Erweiterung erfahren hätte, und die rapide Zunahme der Bevölkerung
und noch in höherem Maße des ganzen Wohlstandes dem entgegen-
gewirkt hätte. Besonders erheblich war der Abfluß an Silber nach
dem Örient, indem die von dort bezogenen Waren, aus China Thee
und Seide, aus Indien Gewürze, Reis, Indigo etc. in der Hauptsache
mit klingender Münze bezahlt werden mußten, die dort in ausge-
dehntem Maße zur Thesaurierung in den Tempeln, dann in den
Händen der Fürsten benutzt wurde, und dadurch aus dem Verkehre
verschwand, weil vor allen Dingen China sich gegen die Einfuhr euro-
päischer Waren verschloß, die bei der geringen Kaufkraft der Be-
völkerung in Indien von selbst unterblieb. Während bis dahin fast
aur Silber nach dem Orient floß, wurde in neuerer Zeit allmählich
dort auch Gold aufgenommen. So blieb die bedeutende Vermehrung
les Vorrates an Gold in Europa ohne nachweisbaren Einfluß auf den
Wert des Goldes wie des Geldes. Von größerer Bedeutung war es
natürlich, daß der stärkere Zufluß an Gold auch Veranlassung wurde
zu erweiterter Anwendung desselben zu Münzzwecken, dann insbe-
3ondere in der Industrie. In der letzteren Beziehung ist die Nachfrage
naturgemäß außerordentlich dehnbar, weil das Streben nach Besitz
jenes blinkenden Edelmetalls ein allgemeines ist. Jede Hebung des
Wohlstandes schließt deshalb auch eine entsprechende Erweiterung der
Verwendung ein, und man kann in unserer Zeit verfolgen, wie auch die
unteren Klassen von Jahr zu Jahr mehr Gebrauch davon machen. Die
Gesamtrverwendung an Gold belief sich nach Soetbeer in der civi-
lisierten Welt 1831—50 auf 19000 Kilo, 1897 (nach Haupt) auf
88.000 Kilo, sie ist also auf mehr als das Vierfache in einem halben
Jahrhundert gestiegen und hat sich seit den sechziger Jahren fast ver-
doppelt.
Infolge der oben erwähnten Thatsachen war die Wirkung des
starken Goldzuflusses derartig abgeschwächt, daß eine Herabdrückung
des Goldwertes dadurch nicht nachweisbar ist, und es ist dieses zu-
gleich als ein Beweis hervorzuheben, daß gegenüber dem gewaltigen
Vorrat an Gold die Neuproduktion nur einen unbedeutenden Einfluß
auszuüben vermasg.
Kalifornien.