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bei den bisherigen Hauptlieferanten wie Russland, | Sehweden, Ver.
Staaten von Nordamerika die Devastierung der Wälder die Leistungs
fähigkeit erheblich geschwächt hat.
2. Jagd und Weide waren es in früheren Zeiten, in welchenyJagd u. Weide.
bei dem Ueberfluss an Holz die Hauptnutzung der Wälder lag. In
der neueren Zeit haben dieselben keine hohe wirtschaftliche Bedeutung
mehr. Die Weide in den Wäldern ist mehr und mehr eingeschränkt,
weil dieselbe einer rationellen Forstkultur zu hinderlich ist und mit
der Ausnahme von wenigen Stellen mehr Schaden als Nutzen bringt.
Auch die Jagd kann in ihrem wirtschaftlichen Werte nicht mehr sehr
hoch veranschlagt werden. Was aus den Wäldern an Nahrungsmitteln
gewonnen wird, fällt im Vergleich zu dem Bedarfe kaum noch ins
Gewicht, und wenn man den Schaden berechnet, den auf der anderen
Seite Hirsche und Wildschweine der Landwirtschaft verursachen, so
ist der Reingewinn äusserst unbedeutend. Die Jagd fällt mehr für
den Sport ins Gewicht als für das wirtschaftliche Interesse der Volks-
ernährung.
3. Die Wälder haben ausserdem eine volkswirtschaftliche Bedeu-
sung als Schutzwaldungen; so in Gebirgsgegenden, um den Schnee-
sturz mechanisch aufzuhalten, an den Bergabhängen das Abspülen der
Erdschicht und das Ausbrennen des Humus zu verhindern; ferner an
dem Seestrande und sonstigen Sandflächen, um den benachbarten
Acker vor Flugsand zu schützen. In den Vereinigt. Staaten Nord-
merika’s legt man auf die Wiederaufforstung der niedergebrannten
Wälder grosses Gewicht, um besseren Schutz gegen die Orkane zu
gewinnen. Besondere Bedeutung ist ihnen beizumessen, indem sie an
Bergabhängen das schnelle Abfliessen des Regenwassers verhindern
und dadurch das plötzliche Anschwellen der Bäche und Flüsse ver-
nindern, indem sie in dem Laube eine Menge Wasser auffangen, es
langsamer zur Erde tropfen lassen, an den Wurzeln tiefer in die Erde
dringen lassen oder es in dem unter ihrem Schutze wachsende Moose
festhalten. Im Nadelwald gelangen nur %/;—%,, im Laubwald */, der
jährlichen Niederschläge auf den Boden, der Rest wird von dem Laube
festgehalten. So hat man in vielen Gegenden z. B. im Innern von
Spanien, Italien, im südlichen Frankreich beobachtet, dass nach Devas-
tierung der Wälder die Bäche und Flüsse nicht mehr den gleichen
Wasserstand bewahrt haben, sondern bald grosse Ueberschwemmungen
herbeiführen, bald fast austrocknen, und dass infolgedessen die Verwert-
varkeit der Wasserkraft für Mühlen etc, bei den grösseren für die
Schiffahrt, sich wesentlich vermindert hat.
4. Der Wald hat ferner einen erheblichen Einfluss auf das Klima,
indem er namentlich im Sommer die Temperatur erheblich erniedrigt,
im Winter etwas erhöht und ausserdem die Luft verbessert. Die
frühere Annahme, dass die Wälder die Feuchtigkeit der Luft erhöhen
und. die atmosphärischen Niederschläge vermehren, ist in der neueren
Zeit widerlegt. Ebenso ist nicht allgemein, wie früher behauptet wurde,
eine Vermehrung der Quellenbildung wenigstens nicht in sehr erheb-
lichem Masse, durch sie anzunehmen, Auch eine bessere Verteilung
der Niederschläge im Laufe des Jahres durch die Wälder wird heutigen
Tages nicht mehr angenommen.
Einfluss auf
das Klima.