Full text: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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bei den bisherigen Hauptlieferanten wie Russland, | Sehweden, Ver. 
Staaten von Nordamerika die Devastierung der Wälder die Leistungs 
fähigkeit erheblich geschwächt hat. 
2. Jagd und Weide waren es in früheren Zeiten, in welchenyJagd u. Weide. 
bei dem Ueberfluss an Holz die Hauptnutzung der Wälder lag. In 
der neueren Zeit haben dieselben keine hohe wirtschaftliche Bedeutung 
mehr. Die Weide in den Wäldern ist mehr und mehr eingeschränkt, 
weil dieselbe einer rationellen Forstkultur zu hinderlich ist und mit 
der Ausnahme von wenigen Stellen mehr Schaden als Nutzen bringt. 
Auch die Jagd kann in ihrem wirtschaftlichen Werte nicht mehr sehr 
hoch veranschlagt werden. Was aus den Wäldern an Nahrungsmitteln 
gewonnen wird, fällt im Vergleich zu dem Bedarfe kaum noch ins 
Gewicht, und wenn man den Schaden berechnet, den auf der anderen 
Seite Hirsche und Wildschweine der Landwirtschaft verursachen, so 
ist der Reingewinn äusserst unbedeutend. Die Jagd fällt mehr für 
den Sport ins Gewicht als für das wirtschaftliche Interesse der Volks- 
ernährung. 
3. Die Wälder haben ausserdem eine volkswirtschaftliche Bedeu- 
sung als Schutzwaldungen; so in Gebirgsgegenden, um den Schnee- 
sturz mechanisch aufzuhalten, an den Bergabhängen das Abspülen der 
Erdschicht und das Ausbrennen des Humus zu verhindern; ferner an 
dem Seestrande und sonstigen Sandflächen, um den benachbarten 
Acker vor Flugsand zu schützen. In den Vereinigt. Staaten Nord- 
merika’s legt man auf die Wiederaufforstung der niedergebrannten 
Wälder grosses Gewicht, um besseren Schutz gegen die Orkane zu 
gewinnen. Besondere Bedeutung ist ihnen beizumessen, indem sie an 
Bergabhängen das schnelle Abfliessen des Regenwassers verhindern 
und dadurch das plötzliche Anschwellen der Bäche und Flüsse ver- 
nindern, indem sie in dem Laube eine Menge Wasser auffangen, es 
langsamer zur Erde tropfen lassen, an den Wurzeln tiefer in die Erde 
dringen lassen oder es in dem unter ihrem Schutze wachsende Moose 
festhalten. Im Nadelwald gelangen nur %/;—%,, im Laubwald */, der 
jährlichen Niederschläge auf den Boden, der Rest wird von dem Laube 
festgehalten. So hat man in vielen Gegenden z. B. im Innern von 
Spanien, Italien, im südlichen Frankreich beobachtet, dass nach Devas- 
tierung der Wälder die Bäche und Flüsse nicht mehr den gleichen 
Wasserstand bewahrt haben, sondern bald grosse Ueberschwemmungen 
herbeiführen, bald fast austrocknen, und dass infolgedessen die Verwert- 
varkeit der Wasserkraft für Mühlen etc, bei den grösseren für die 
Schiffahrt, sich wesentlich vermindert hat. 
4. Der Wald hat ferner einen erheblichen Einfluss auf das Klima, 
indem er namentlich im Sommer die Temperatur erheblich erniedrigt, 
im Winter etwas erhöht und ausserdem die Luft verbessert. Die 
frühere Annahme, dass die Wälder die Feuchtigkeit der Luft erhöhen 
und. die atmosphärischen Niederschläge vermehren, ist in der neueren 
Zeit widerlegt. Ebenso ist nicht allgemein, wie früher behauptet wurde, 
eine Vermehrung der Quellenbildung wenigstens nicht in sehr erheb- 
lichem Masse, durch sie anzunehmen, Auch eine bessere Verteilung 
der Niederschläge im Laufe des Jahres durch die Wälder wird heutigen 
Tages nicht mehr angenommen. 
Einfluss auf 
das Klima.
	        
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