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zu überwindende Grenzen gezogen, während die Unsicherheit der Stellung
eine weit grössere zu sein pflegt, als bei den gelernten Fabrikarbeitern.
Die Aufgabe, die sich danach für unsere Zeit ergiebt, liegt offenbar
nicht darin, künstlich veraltete Formen des Gewerbetriebes zu erhalten,
welche in unsere Zeit nicht mehr hineinpassen, weil sie nicht leisten,
was man durch andere erlangen kann; sondern es ist nur Sorge dafür
zu tragen, dass die Stellung der Fabrikarbeiter eine möglichst selbständige
wird, geschützt gegen Willkür und Bedrückung durch den
Unternehmer und ihnen eine wirtschaftlich gesicherte und auskömmliche
Lage verschafft wird, durch welche sie nicht nur dem Mittelstande
arhalten, sondern auch in immer grösserer Zahl in denselben hineinvezogen
werden. Beides ist in ungleich höherem Masse als in Deutschland
vor allem in den Ver. Staaten von Nordamerika, dann in Kngland
der Fall. Nach dieser Richtung ergeben sich für unser Vaterland
gewaltige Aufgaben und Pflichten, auf die wir bei Betrachtung
der sozialen Frage zurückzukommen haben werden.
Freilich ist hierbei hervorzuheben, dass nicht alle Fabrikbetriebe
eine grössere Zahl von Arbeitern beschäftigen, welche eine höhere Ausbildung
haben müssen und daher auch höheren Verdienst beanspruchen
können; wie z. B. die Textilindustrie, wo der grösste Teil der Arbeiter,
resp. der Arbeiterinnen der Klasse der ungelernten Arbeiter sehr nahe
stehen; natürlich auch da sehr mit Unterschied, nach den Waren, die
produziert werden und der Herstellungsmethode.
Durch die Entwiekelung des Gross- und speziell des Fabrikbetriebes
hat sich nach dem Gesagten die Zahl abhängiger Arbeiter mit
und ohne spezielle Ausbildung in ausserordentlicher Weise vermehrt.
Sehen wir doch in einem Unternehmen, wie von Krupp, 25,000 Arbeiter
vereinigt; und wenn auch nicht in dieser Ausdehnung, so giebt es doch
Unternehmungen in erheblicher Zahl, welche tausende von Arbeitern
beschäftigen. In Betrieben mit mehr als 50 Personen arbeiteten 18582
1,6 Millionen oder 22%, der Gewerbetreibenden überhaupt. 1895 waren
es schon 3,044,267 d.s. 29,6%. In einer solchen Weise steigt also
die Konzentration der Arbeiter, und damit zugleich gewinnt das Vernältnis
zwischen Unternehmer und Arbeiter an Bedeutung in dem Wirtschaftsleben.
Dazu kommt, dass die Verbesserung der Komrmunikationsmittel
‚mmer mehr darauf bhinwirkt, die industriellen Unternehmungen vonConzentrierung
dem Marktorte, wohin die Produkte abzusetzen sind, unabhängig zu dersclben
machen und dagegen die Gunst der Produktionsbedingungen zur Gel- Fabrikation ar
sung zu bringen, wodurch dieselben Produktionsbranchen immer mehr Orten,
an einzelnen Orten konzentriert werden, Will ein Fabrikant eine neue
Fabrik gründen, so sucht cr sich nicht besonders dazu einen Ort aus, wo
er glaubt, seine Ware in der Hauptsache auch absetzen zu können,
denn er bleibt stets darauf angewiesen, seine Produkte in alle Hinmelszegenden
zu verstreuen, und die Billigkeit des Transportes erleichtert
‘hm dieses. Er untersucht vielmehr vor allem, wo er am meisten
vassende Arbeiter findet, die ihm in reichlicher Auswahl zur Ver-Fügung
stehen und durch alte Gewohnheit von Kindheit an auf
dergleichen Arbeit hingewiesen sind. Das wird der Fall sein,
wo bereits seit längerer Zeit ähnliche Fabriken vorhanden, die Arheaitarfamilien
des Ortes und der Umgegend zum grossen Teil darin