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Statistik.
ungeahnter Weise verwandte und vielfach noch sehr entlegene Gewerbe.
Ein Strike der Hafenarbeiter, der das Löschen angekommener und
zur Abfahrt bereiter Schiffe unmöglich macht, legt den Handel
der betreffenden Seestadt lahm und wird in dem Hinterlande nach
allen Richtungen hin mit empfunden, wie das seiner Zeit in Ham-
burg, neuerdings in Marseille weithin verspürt wurde. Ein Strike der
Lokomotivführer in Amerika brachte für einige Zeit den gesamten
Verkehr eines grossen Landes zum Stillstand, und was das besagen
will, kann sich Jeder leicht vergegenwärtigen. Stellen gar die Kohlen-
bergwerke ihre Thätigkeit ein, wie es 1889 in Westfalen, in den neunziger
Jahren in Schottland, und dann in Pennsylvanien geschah, so hört auch sehr
bald die Arbeit in den umliegenden Hochöfen wie Fabriken auf, und die
Städte kommen in Gefahr, nicht mehr das nötige Material zur Heizung
und Beleuchtung zu erhalten. Den unmittelbarsten Verlust haben na-
bürlich die Arbeiter selbst, die den bisher bezogenen Lohn einbüssen,
zunächst ihre Ersparnisse aufzehren, ihre Sachen versetzen, dann von
anderen Vereinen Unterstützung erlangen, wobei natürlich stets der
laufende Konsum mehr und mehr eingeschränkt wird und sonstige Bezüge
überhaupt unterbleiben. Dadurch werden wieder die umwohnenden Kauf-
leute, Fabrikanten, wie auch entfernte Lieferanten geschädigt. Als
Schreiber dieses im Herbst 1875 in England war, fand ein grosser Strike
bei den Bergarbeitern in Wales statt, infolge dessen war in London der
Viehmarkt in aussergewöhnlicher Weise reduziert, wie die Zufuhr von
Mastvieh aus Schleswig-Holstein und überhaupt aus Deutschland, weil
38 an dem gewohnten Absatz an Fleisch nach Wales fehlte. Bei dem
Durrhamer, Bergarbeiterstrike berechnete man den Verlust der Gruben-
zesitzer auf 15 Millionen Mk., den der Arbeiter auf 26 Millionen.
Der grosse Hafenarbeiterstrike von 1896/97 betraf circa 16700
Arbeiter, welche über 1613000 Mark dabei geopfert haben. Der
Strike der Maschinenbauer in England im Jahre 1897 betraf 31000
Maschinenbauer, 7000 Mitglieder anderer Gewerbe und 5000 Hand-
werker. Die Maschinenbauer verbrauchten 6 Millionen Mk., die sich
in ihren Gewerkschaftskassen befanden. 14 Millionen Mk. sind von ver-
schiedenen anderen Seiten ihnen als Hülfsgelder zugeflossen. Der
Lohnverlust wurde auf 40 Millionen Mk. berechnet.
In England rechnete man in der offiziellen Strikestatistik 1890, dass
233000 Arbeiter die Arbeit eingestellt hatten, wodurch etwa 10 Millionen
Arbeitstage verloren gegangen waren. 1893 feierten dagegen 636000
Männer, die 31 Millionen Tage einbüssten. 1896 waren die Ziffern
verhältnismässig niedrig, 198000 Personen und 3,7 Millionen Tage,
dabei war die Zahl der Strikes mit 1021 gross, da in dem schlimmeren
Jahr 1893 nur 782 Strikes gezählt wurden. Im Juhre 1896 kamen
205 Einstellungen mit 33000 Ausständigen im Baugewerbe, 54 mit
1000 im Bekleidungsgewerbe, 281 mit 48000 bei der Metallbereitung und
dem Schiffsbau, 172 mit der grössten Zahl Arbeiter, 67 200, im Bergbau,
163 in der Textilindustrie mit 33 000 Arbeitern vor.
Für Deutschland führt der Vorsitzende der gewerkschaftlichen
Generalkommission in Hamburg, Legien, eine Statistik der Arbeitsein-
stellungen, der wir die folgenden Zahlen (H.W.B.) verdanken; sie macht
auf Genauigkeit keinen Anspruch. Viele kleine Strikes kommen nicht
zur Verzeichnung. Ks handelt sich nur um ein ungefähres Bild.