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fremden Fischern zu. Die Landwirtschaft trägt damit immer weniger
zum Unterhalt der Gesamtheit bei, denn anch das Rohmaterial für die
Industrie kann bald nicht mehr von ihr beschafft werden, sondern
wird vom Auslande bezogen. Aber auch in anderer Hinsicht nimmt
die Bedeutung der Landwirtschaft ab, indem sie nur einen immer
kleineren Anteil am Nationalertrage liefert, daher weniger zur Ent-
wicklung des Wohlstandes beiträgt, auch weniger für die Staatskasse
zu leisten vermag, als die anderen Gewerbe. Das Einkommensteuersoll
Preussens ist in den Städten auf 83,7 Millionen, auf dem Lande auf
30 Millionen angesetzt; aus Handel und Industrie auf 38,1 Millionen
Mark. Nach der Zählung von 1882 lebten in Deutschland von Land-
wirtschaft und Viehzucht 41,37 °%, 1895 nur noch 34,0 9% der Be-
völkerung. Die Erwerbsthätigen der erstgenannten Berufsarten machten
in Deutschland 1882 noch 42,5 % 1895 nur noch 36,2 % aus. In
der Industrie waren 1882 33,7 %, 1895 35,9%, im Handel und Ver-
kehr 8,4 und 9,9 % der Erwerbsthätigen beschäftigt. In Frankreich
'ebten von der Landwirtschaft 1882 46,2%, in Belgien 1880 20,5 %.
Die laudwirtschaftliche Bevölkerung hat aber dadurch eine be-
sondere Bedeutung für das ganze Land, dass sie den gesundesten und
kräftigsten Teil der Bevölkerung ausmacht und den Jungbrunnen
bildet, aus dem die Städte fortdauernd sich verjüngen. Sie liefert
einen erheblich grösseren Prozentsatz brauchbarer Rekruten. Die land-
wirtschaftliche Thätigkeit ist daher für die Entwicklung einer kräftigen
Sesunden Bevölkerung von hoher Bedeutung, Die Industrie dagegen
ist. imstande, eine grössere absolute Zahl von Rekruten zu liefern, weil
sie eine grössere Volksdichtigkeit ermöglicht. In der Landwirtschaft
ist die Zahl der Selbständigen im Vergleich zu den Arbeitern
zrösser als in Handel und Industrie, zweifelhaft aber ist es, ob damit
auch der Mittelstand ein grösserer und wachsender ist. Es hängt das
von der Verteilung des Grund und Bodens und der Rentabilität der
Landwirtschaft ab.
$ 5.
Der intensive und extensive Betrieb.
Hanssen, Agrarhistorische Abhandlungen. Leipzig 1880 u. 84.
N Koscher, Ideen zur Politik und Statistik der Ackerbausysteme , im Archiv
für politische Oekonomie. Neue Folge, Bd. MI.
Settegast, Die Landwirtschaft und ihr Betrieb. Breslau 1875—79,
von der Goltz, Handbuch der landw. Betriebslehre. Berlin 1886.
Krämer, Handbuch der ges, Landwirtschaft. 1890, Bd. I.
Je mehr in dem lJandwirtschaftlichen Betriebe die Natur sich
Selbst überlassen bleibt und nur wenig Kapital und Arbeit hinzuge-
zogen ist, um so extensiver nennt man den Betrieb; je mehr man da-
Scgen bestrebt ist, von derselben Fläche hohe Erträge zu gewinnen, je
grössere Sorgfalt man dem Boden und den Pflanzen durch menschliche
T’hätigkeit angedeihen lässt, und Kapital in der Form von Gebäuden
und Inventarien, einem erweiterten Viehstande, Maschinen und Geräten,
Düngestoffen ete. hinzuzieht, um so intensiver ist der Betrieb.
Allgemein beginnt die Landwirtschaft extensiv vorzugehen, und wird