— 346 —
die Wirkung des Auslandpreises keine erhebliche auf das Inland sein
könne. Auch dies ist sehr irrig. Es kommt vielmehr nicht auf die
Quantitäten an, die thatsächlich vom Auslande bezogen oder an dasselbe
abgegeben werden, sondern allein auf die Möglichkeit, erhebliche
Quantitäten zu kaufen und zu verkaufen. Auch zur Zeit als Frankreich
in der Hauptsache den eigenen Bedarf an Weizen deckte, in einzelnen
Jahren einen Ueberschuss abzugeben vermochte, in anderen einen
kleinen Zuschuss gebrauchte, gingen die Preise in London und Paris
in hohem Masse Hand in Hand. Wollten die Landwirte höhere Preise
haben, als sie in London plus den Frachtkosten nach Paris ausmachten,
so erklärte der Händler, dass er es vorziehe, seinen Bedarf in London
zu decken, und war damit im Stande, einen Druck auf die Landwirte
auszuüben. Wollten die Händler nicht genügend bieten, so dass es
für den Landwirt vorteilhafter wurde, den Weizen nach London zu
exportieren, so konnte dieser umgekehrt den Händler zwingen, mit dem
Preise entsprechend in die Höhe zu gehen, gleichviel, ob thatsächlich
ein erhebliches Quantum mit England ausgetauscht wurde oder nicht.
Die Verbesserung unserer Kommunikationsmittel hat nun bekanntlich
die Möglichkeit solchen Austausches gewaltig erweitert; und daher ist
auch der Einfluss der Preise des einen Landes auf die des anderen in
erheblichem Masse gestiegen, und wird hier ein Zoll dazwischen ge-
schoben, so wird damit auch seine Wirkung immer schärfer und weit-
verbreiteter zur Geltung kommen,
Verschiedene Ein Unterschied liegt aber hier nach der Höhe des Zolles vor.
Wirkung von Je geringer derselbe ist, einen um so geringeren Einfluss wird er aus-
a üben. Er verschwindet gewissermassen infolge der Reibungen des
Zöllen. Verkehrs. Gegenüber den sonstigen Unkosten ist er zu gering, um
eine höhere Beachtung zu finden. Er bleibt in den Zwischenhänden
hängen und ist wenigstens in seiner Wirkung bis zu den Konsumenten
nicht nachweisbar. Der Eisenzoll von 50 Pf. pro Doppelzentner, oder
gar 25 Pf. findet wohl bei Gegenständen besondere Beachtung, deren
Wert hauptsächlich in der Masse des Rohmaterials besteht, welche
darin enthalten ist, bei Panzerplatten, Schienen, auch wohl Dampf-
maschinen einfacher Konstruktion, Dampfkesseln ete., aber nicht bei
feineren Geräten, Stahlmessern, Nähmaschinen. Selbst bei F ilterpressen
und komplizierten Maschinen konnten wir bei Firmen, die sich eines
besonderen Rufes und daher guten Absatzes erfreuten, konstatieren,
dass die Auflegung des Eisenzolles keine Veränderung in dem Preis-
verzeichnis herbeigeführt hatte, während uns ein Fabrikant von
Dampfmaschinen, Pumpen ete. bekannte, dass er die Gelegenheit der
Zollauflegung benutzt habe, eine erheblich darüber hinausgehende Preis-
steigerung durchzuführen, die sich die Kunden willig gefallen liessen,
weil ihnen die Begründung durch den KEisenzoll plausibel erschien,
Verschleierung Noch viel häufiger aber, als die Zölle wirkungslos für das Pub-
der Preis- ]Jikum sind, werden sie vom Produzenten und Händler verschleiert
bewegung. und kommen in den Preisen nicht offen zum Ausdruck, indem durch
Quantitäts- und Qualitätsveränderungen, wie schon an anderer Stelle an-
gedeutet, bei gleichen Preissätzen thatsächlich Preisverschiebungen vor-
liegen. Durch Verminderung des Gewichtes der Spaten, Hacken ete.,
durch Verringerung der Zahl der Nägel, die in einem Paket enthalten
sind, durch Verschlechterung des Materials werden die alten Preise