Full text: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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durch sorgsamste Verwertung der menschlichen Exkremente, Küchen- 
abfälle etc, Keine Frucht wird dort in der Umgebung der Städte 
ohne reichliche Düngung gebaut; der Boden regelmässig rayolt. Bei 
der Reiskultur wird die eine Hälfte des Ackers tiefer gelegt, um die 
Bewässerung für den Reis zu erleichtern, während die andere Hälfte 
für den Anbau von Getreide, Leguminosen entsprechend aufgehäuft 
wird, um in einem anderen Jahre die Felder mit den Früchten und so 
auch in der ganzen Behandlung wechseln zu lassen, so dass der ganze 
Boden mehrere Fuss tief fortdauernd auf das gleichmässigste durch- 
gearbeitet und völlig mit Düngstoffen imprägniert wird, wodurch 
natürlich die Ertragsfähigkeit enorm gesteigert ist. Aber auch in 
Europa giebt es Beispiele ausserordentlicher Intensivität der Be- 
handlung. So fanden wir in der Umgegend von Pisa, dass in dem- 
selben Jahre auf dem Acker als Hauptfrucht Weizen gebaut wurde, 
darauf Mais, zwischen welchem noch Bohnen und Gemüse oder Steck- 
rüben Platz fanden. Und in der Umgegend. von Neapel folgten noch 
darauf Rüben oder eine Getreidesaat, auch Bohnen zur Gründüngung. 
Pflug und Spaten sind hier auf demselben Felde thätig und ergänzen 
sich, In jedem Jahre wird der Boden ein bis zweimal stark gedüngt. 
Auch bei den Parzellenbesitzern Deutschlands finden wir freie Wirt- 
Schaft in grosser Ausdehnung, indem sie auf demselben Stücke 
‘ortdauernd Kartoffeln oder irgend ein Gemüse bauen, ohne je eine 
Abwechslung eintreten zu lassen. 
Um einen Anhalt. dafür zu geben, welche Produktionskosten die 
moderne Landwirtschaft in Deutschland aufwenden muss, um ange- 
Messene Erträge zu erzielen, und wie sie sich in den letzten Jahr- 
zehnten gesteigert haben, geben wir in dem Folgenden einige Beispiele, 
die wir zum grössten Teil selbst aus den Wirtschauftsbüchern einzelner 
grösserer Güter ausgezogen haben. Die Zahlen sind niedriger, als man 
516 sonst angegeben findet, weil wir alle durchgehenden. Posten aus- 
geschieden haben, was gewöhnlich nicht geschieht. Wird im August 
Saat- und Futtergetreide gekauft, in den folgenden Monaten ent- 
sprechend mehr Getreide verkauft, so ist das ein durchlaufender Posten; 
ebenso wenn mageres Vieh von ausserhalb bezogen und im Mast- 
zustande an den Fleischer abgegeben ist, so ist auch dieser Ankauf 
nicht unter die Produktionskosten zu rechnen. 
Pro 100 ha wurden auf 7 Gütern in Westpreussen im Durch- 
schnitt der Jahre an Produktionskosten aufgewendet: 
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A 
1801—10: 2003 Mk 
.830—40: 1680 
861—70: 4150 
871—80: 4405 > 
881—90: 6989 
891-_94: 89294 | 
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6585 
4925 
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6376 
8360 
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2376 
2874 
3596 
44.76 
7040 5618 
83576 4518 
A353 
4153 
5881 
Graf zur Lippe berechnete seine Produktionskosten pro Morgen 
Roggen auf 43,7 Mk, Hollrung (Rübenbau, Berlin 1901) pro Morgen 
Rüben in der Börde auf 188 Mk.,, bei Breslan 122, Kreis Kulm 154, 
dei Halle 177 Mk.; Rabe (Vierzig Jahre Brotgetreidebau, Berlin 1901) 
pro Morgen Brotgetreide auf demselben Gute 1860—64: 21,6 Mk, 
1865—70: 44,6, 1870—79:; 85, 1880—89: 119, 1890—99: 110,7 Mk. 
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