Vorwort.
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Wie ich es in dem Vorwort zu Grundriss I. in Aussicht ge-
stellt hatte, lege ich hiermit den Grundriss II. in noch grösserer
Erweiterung als jenen dem Publikum vor. Ich habe mir dabei die
gleiche Aufgabe gestellt, wie bei dem ersten; die Ausführung ist
in der gleichen Weise gehalten. Auch hier war es mein Hauptbe-
streben, in möglichster Kürze und leichter Verständlichkeit durch
Sorgsamste Auswahl des Wesentlichen den gewaltigen Stoff zu ver-
arbeiten, Naturgemäss wird hier die individuelle Auffassung des
Verfassers schärfer hervor treten, als in dem ersten Teil. Möchte
es mir aber gelungen sein, meinem Grundsatze getreu zugleich mit
völliger Objektivität das Für und Wider in betreff der zu untersuchen-
den Probleme und praktischen Aufgaben auseinanderzusetzen, um dem
Leser die Kritik der ausgesprochenen Ansichten thunlichst zu er-
leichtern. Gerade hier galt es, eine Menge Fragen zu behandeln,
lie mitten in der Tagesdiskussion stehen, in welcher fortdauernd
die schärfsten Parteigegensätze zur Geltung kommen. Bei dem ver-
mittelnden Standpunkte, den ich meistens einnehme, muss ich daraut
gefasst sein, mehr oder weniger mit allen Parteien in Gegensatz zu
geraten. Vielleicht, dass es aber auch gelungen ist, hie und da die
Berührungspunkte zu kennzeichnen, wo eine Verständigung und
Annäherung möglich ist. Die Aufgabe der Zeit scheint mir eben
darin zu liegen, die Mittelwege aufzufinden, auf denen ein gemein-
sames Vorgehen der Vertreter der verschiedenen Anschauungen für
bestimmte Zwecke möglich ist, wie überhaupt mehr das gemein-
sam Verbindende hervorzusuchen und in den Vordergrund zu stellen,
die Gegensätze dagegen möglichst zurückzudrängen. Nur auf solche