Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

II. Hauptstück. 
Die Ausgaben der Gemeinde. 
Die Sorge für die künftige Ausdehnung und Entwicklung der 
'Gemeinde, wie wir sie im ersten Hauptstück eingehend geschildert haben, 
und die wachsenden Lasten aller öffentlichen Einrichtungen bedingten 
naturgemäß auch steigende Ausgaben. Sicherheit, Armenpflege, und 
soziale Fürsorge, Gesundheitspftege, besonders aber das Bauwesen, 
Bildungswesen und Schuldverzinsung nebst Tilgung beanspruchten immer 
größere Summen. Da es ferner Pflicht der Gemeinde ist, nicht nur 
der Gegenwart zu leben, sondern auch Einrichtungen zu treffen, die erst 
künftigen Geschlechtern zu gute kommen, so ist es erklärlich, daß die 
Steigerung der kommunalen Ausgaben nicht im Verhältnis zum Wachs 
tum der Bevölkerung steht. 
Die jährlichen ordentlichen Ausgaben für die Bedürfnisse des 
'Gemeindehaushalts betrugen nach den Voranschlägen: 
Jahr 
Summe in Mark 
Jahr 
Summe in Mark 
1893 
4655 
1903 
25625 
1894 
5870 
1904 
53500 
1895 
6324 
1905 
54300 
1896 
6390 
1906 
30000 
1897 
6300 
1907 
44000 
1898 
11650 
1908 
50000 
1899 
8430 
1909 
60000 
1900 
8150 
1910 
80000 
1901 
10250 
■ 1911 
91000 
1902 
29097 
1912 
125000 
Es sind demnach die Ausgaben der Gemeinde von 6324 Mk. im 
Jahre 1895 auf 91.000 Mk. im Jahre 1911, d. i. um 1433,96 % 
gestiegen, während die Zunahme der Bevölkerung sich in engeren 
Grenzen bewegte; diese stieg von 815 in den gleichen Jahren auf 2173, 
sie wuchs also nur um 266,62 °/ 0 . Das laufende Jahr mit seinem 
bedeutenden Bedarf ist gar nicht einnial in den Vergleich einbezogen. 
Die Gesamtausgaben, wie die Rechnung sie ausweist, belaufen sich 
in den Jahren 1902—11 auf:
	        
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