Full text: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

A 
1882 884 
1895 783 
1882 1412 
1895 2314 
1882 1141 
1895 1917 
L882 
[895 
1082 
1574 
Rindvieh inel. Kälber 
553 
598 
Schafe inel. Lämmer 
400 
256 
Schweine incl. Ferkel 
264 
402 
Ziegen 
21 
97 
197 
250 
1471 
787 
62 
113 
0,7 
01 
Den erwähnten Vorteilen stehen nun als Nachteile gegenüber: die 
yrosse Schwerfälligkeit des Bauern, sein übermässiges Hängen am 
Althergebrachten und damit der zähe Widerstand, den er jedem Fort- 
schritte entgegenstellt; dann die geringere Intelligenz, welche nicht 
ıhne Nachteil für die Kulturentwicklung bleiben kann. Die Erfahrungen 
in der neueren Zeit haben aber bewiesen, dass durch Erhöhung des 
Bildungsniveaus, durch landwirtschaftliche Lehranstalten, in denen 
naturwissenschaftliche Kenntnisse verbreitet werden, durch Wander- 
iehrer, welche den älteren Landwirten die neueren Beobachtungen und 
Errungenschaften der Wissenschaft unmittelbar für die praktische Ver- 
wertung zugänglich machen und entgegentragen, eine wesentliche 
Besserung zu erreichen ist. Die Kinrichtung landwirtschaftlicher 
Vereine, welche den Austausch der Erfahrungen zum Zwecke haben, 
und durch Vorträge besondere Anregung gewähren, bilden hierzu eine 
wesentliche Ergänzung. Dazu kommen Ausstellungen, welche das 
Neueste den Praktikern vorführen, wodurch erfahrungsgemäss sehr viel 
xeleistet wird. 
Ganz besonders ist der Bauer, wie schon angedeutet, in der 
Lage, durch Associationen sich einen grossen Teil der Vorteile des 
Grossbetriebes anzueignen und sich ihm dadurch ebenbürtiger zu 
nachen, worauf wir noch besonders einzugehen haben werden. 
Schliesslich sind noch zwei Momente zu erwähnen, durch welche 
in Deutschland gerade in der neueren Zeit der Bauer eine Ueber- 
legenheit über den Grossgrundbesitzer in dem Ueberstehen der Krisis 
yezeigt hat. Das ist seine geringere Verschuldung und vor allem 
seine grössere Anspruchslosigkeit, durch welche er sich in höherem 
Masse den ungünstigen Konjunkturen anzupassen vermochte und auch 
bei verringerten Einnahmen seinen Verpflichtungen nachkommen konnte. 
Wie der Grossbetrieb eine Stütze in den Agrargewerben fand,Nebengewerbe. 
so der Bauer in Nebengewerben, die bei ihm eine sehr erhebliche 
Rolle spielen. Als solche sind sowohl eine Anzahl Handwerksbetriebe 
zu erwähnen, wie das Schmiede-, Stellmacher-, Tischler-Handwerk, wie 
auch die Fleischerei und Bäckerei, das Schankgewerbe, die in den 
grösseren Dörfern und Landstädten nicht zu entbehren sind, und neben 
denen ohne jeden Schaden, vielfach mit grossem Nutzen, die Bewirt- 
schaftung eines kleinen ländlichen Grundstücks mit bewirkt werden 
kann. Es ist sehr falsch, wie es von sozijalistischer Seite (Kautzky)
	        
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