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französischen Krieges es aus militärischen Rücksichten wünschenswert
erscheinen ließen, das ganze Netz Privathänden zu entziehen. Dann
waren es die günstigen Ergebnisse der bisherigen Staatsbahnen, die zu
dem Schritte ermutigten, allmählich die Privatbahnen anzukaufen; und
die bisherigen Ergebnisse beweisen genugsam, daß das Vorgehen ein
berechtigtes und zeitgemäßes war. Die pekuniären Erfolge sind weit
günstigere, als man angenommen hatte. Infolge der rapiden Entwicklung
des Verkehrs hat der Staat ein sehr gutes Geschäft gemacht.
Die Staatsbahnen im Jahre 19083: -
Gesamtlänge Staatsbahnen ?)
Staatsbahnen
Finnahm. Ausgab. Uebersch
Mil. Mk. Mill. Mk. Mill. Mk.
Deutschland (1903)
Preußen ;
Bayern ”
Sachsen (1209
Württemberg ,
Elsaß-Lothr.
km.
52 824
31 813
6435
2689
1 803
' 869
1b
km
862
dmg,
1075,4 504,7
1264 497
624 316
44 141
87 225
Kr. Kr. Kr,
1'529 55,2 2800 2145 655
343% 443 „ 2154 1218 985
2916 7,5 (1902)% 50,4 87,7 129
Mill.Rub. Mill.Rub. Mill.Rub.
— (1899) 41 244 177
Oesterreich (190%
Ungarn
Frankreich
Rußland (1902) 56076
Die Hauptbedenken in finanzieller Hinsicht gegen die Erweiterung
des Staatsbahnnetzes liegen in den unvermeidlichen Schwankungen der
Einnahmen und der Erhöhung der Staatsschuld. Der letztere Punkt
fällt dadurch nicht so ins Gewicht, daß der Schuld ein entsprechender
Besitz gegenübersteht, und er kann gemildert werden durch eine schnelle
und methodische Schuldentilgung, Nach dem preußischen Gesetze
von 1882 wird vorweg ein Betrag von 22 Mill. Mk. aus den Kisenbahnüberschüssen
zur Deckung eines etwaigen Defizits im Staatshaushalte
und zur Tilgung der Schuld ausgeworfen, die bis zur Höhe von
8/, % der Schuld jährlich stattfinden soll. Eine darüber hinausgehende
Tilgung muß in jedem Jahre besonders beschlossen werden.
Am Schlusse des Betriebsjahres 1903 betrug das Anlagekapital
8763 Mill, Mk., der Reinertrag ist pro 1905 auf 603,4 Mill. angesetzt,
davon nahmen die Zinsen für eine Eisenbahnschuld von 3656,5 Mill.
112,2 Mill. Mk. in Anspruch, so daß noch 491,2 Mill. als Ueberschuß
verbleiben. Nach Abzug von %, % zur Tilgung der Schuld mit
46,0 Mill. Mk. bleiben noch 437,2 Mill. Mk. der Staatskasse. Ein wesentlicher
Uebelstand sind, wie erwähnt, bei den Staatsbahnen die Schwankungen
in den Erträgen, die sich nie genau vorher berechnen lassen, so
daß sich bald ein erheblicher Ueberschuß, bald aber auch ein Defizit
gegenüber dem Voranschlage herausstellt. So zeigten in Preußen
die Gesamteinnahmen gegenüber dem Voranschlage 1885/86 ein Defizit
von 14,3 Mill., 1891/92 von 10,1, 1892/93 sogar von 45,3 Mıll., 1903 einen
Ueberschuß von 110 Mill.
Die Schwankungen in den Einnahmen und namentlich die Ab-1)
Inkl. der Neben- und Privatbahnen im Staatsbetrieb. -
2) Außerdem 7046 Privatbahnen im Staatsbetrieb. (Ungar. statist. Jahrbuch.
Budapest 1904, S. 227.)
3) Annuaire statistigue. Paris 1905, S. 176,