RUSSLAND. — Finanzen (Budget).
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»einen Eintheilungen die Münzeinheit für alle circnlirenden Werthe sein
solle. DerCurs der Assignaten wurde fest auf 350 (d. i. 3% R. Assigna
ten = 1 S.-R.) normirt. Die ehemaligen Bank - Assignaten wurden
im J. 1843 durch die Creirung der Reichs - Credit - Billets vollständig
ausser Umlauf gesetzt, welche dem Silberrubel gleich circuliren sollen
und Zwangscurs haben. Sie traten mit einem Betrage von 170’222,000
S.-R. ins Leben, wofür die im J. 1843 noch vorhandenen 595,776,000
R. Assignationen eingelöst wurden. Es war somit ein Staatsbanke-
rut durchgeführt“ denn die officielle Herabsetzung des Assignatenwer-
thes war nichts Anderes. — Für die neu geschafifenen Reichscredit-
Billets soll nun das gesammte Reichsvermögen haften und stets ein ge
nügendes Einlösungscapital vorhanden sein. Dieses Reichsvermögen
ward zwar in neuerer Zeit von J. A. Mikschewitsch auf 3,919 520,550
S. -R. berechnet, aber der Einlösungsfonds reicht nicht aus. — Unter-
dess dauerten die Deficite im Staatshaushalte fort.*) Nur ausnahms
weise gelangte man dazu, das Papiergeld zu vermindern. Im J. 1849
betrug es indessen doch nur 300% Mill. Aber während des Krimkrie
ges häufte man die Emissionen. Anlehensversuche im Auslande miss
langen ; da verbot man die Ausfuhr von Goldmünzen und vermehrte das
Papiergeld, anfangs wenigstens noch mit einiger Beschränkung der Sum
men, bis der Ukas vom 10. Jan. 1855 den Finanzminister rückhaltlos
anwies, »alle ausserordentl. Kriegskosten a durch tem%)orelle Emission
von Creditbillets zu decken, » um ohne Einführung neuer Steuern und
ohne Erhöhung der bestehenden der Staatscasse die Möglichkeit zu bie
ten, allen gegenwärtigen Erfordernissen Genüge zu leisten.a (Man hatte
in Erhöhung der Auflagen zuvor schon das Aeusserste gethan, so na
mentlich den Salzpreis von 25 auf 44 Koj>eken hinaufgesetzt.) Dabei
verbot man sogar die Wiedereinführung des eigenen Papiergeldes ! Die
ausserordentlicher Weise ausgegebene Papiergeldmasse sollte innerhalb
dreier Jahre nach Wiederherstellung des Friedens eingelöst sein. In
Wirklichkeit steigerte man die Papiergeldmasse folgendermassen. Es
waren im Umlauf"
1S2H —:iy
Neujahr 1S50
1S53
1854
ITO’221,828 U.
30P578,170
:i3;i’443,008
350'337,021
Neujahr 1855 ;
1856:
1857:
1860:
509’181,397 R.
686’276,844
735’297,U06
679*877,853
Die Masse ward also noch lange nach Wiederherstellung des Frie
dens nicht vermindert, sondern vermehrt, ln den vier Jahren 1853—57
ergab sich eine Vermehrung von über 400 Mill. R., also weit mehr als
eine Verdoppelung der vor dem Kriege vorhandenen Menge. Das Silber-
anlehen von 1802 sollte endlich das Mittel zur Wiederherstellung der
Metallwährung liefern. Die Papiere sollten vom 1. Mai 1802 an mit
* Die Oüterconfiscationen in den westlichen Oubernien von Russland, die
früher zu Polen gehörten, trafen 2372, jene im Königreiche Polen 2340 Perso
nen. Die Verschenkungeii, welche blos im Königreiche und nur bis zum J. 1837
gemacht wurden, überstiegen 22 Mill. Gulden. Nach der Schrift des poln. Ad-
vocaten Lub liner über »die russ. Amnestie. Brüssel 1856.«) Nach einer An
gabe hätten die Confiscationen die ungeheuere Summe von 311’182,000 poln.
Gulden betragen.