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gedieh, da er das bequemer liegende Rotterdam bevorzugte. Der 
Krieg mit England 1672 schadete dem Stapel noch mehr; viel Ge- 
winn hat Dordrecht nicht mehr von ihm gehabt. Nun richtete 
wieder Veere seine Blicke auf den verlorenen Stapel; die günstigere 
Lage zum Meere wurde gegenüber Dordrecht ins Feld geführt; 
und im Juli 1676 erteilte Karl II. die Genehmigung für die 
abermalige Übersiedlung nach Veere?). Prak- 
tisch hatte das wenig zu sagen. Der Stapel selbst war schon ein 
Anachronismus. Die schottischen Reeder und Schiffer bevorzugten 
doch das in wirtschaftlicher Beziehung weit größere Anziehungskraft 
bietende Rotterdam. Auch hatte sich das Verhältnis der Stapel- 
waren völlig verändert. Während früher die Schiffsladungen meist 
aus Stapelwaren bestanden, überwog jetzt die Kohle. Im Jahre 
1669 wurden aber von der Stapelleitung in Schottland Salz und 
Kohle von der Stapelliste gestrichen; nur Häute aller Art galten 
nun als solche?). Schon damit wurde der Stapel bedeutungslos. 
Und war Schottland nicht mehr, wie einst, abhängig von der 
fremden Industrie, so bot andererseits auch das kleine Veere als Markt- 
platz den schottischen Produkten nichts mehr. Der Kontrakt 
ist zwar 11607 und später erneuert worden, 
bis 1799 der Stapel aufgehoben wurde. Inzwischen 
hatten in den Niederlanden freiere Anschauungen über den Handel 
Boden gewonnen, man band sich nicht mehr an einen kleinen 
Hafen und an dessen auf dem Papier stehenden Monopol. Schon 
seit dem niederländischen Tarif der Convoyen und Lizenten von 
1725, der eine wesentliche Herabsetzung vieler Zollsätze enthielt, 
war der Wert der den Schotten gewährten Ein- und Ausfuhrver- 
günstigungen stark gesunken). 
In diesen Stapeln für einzelne Waren tritt uns eine absterbende 
Form wirtschaftlicher Auslandsorganisation entgegen. Wenn Amster- 
dam sich ihnen stets ablehnend gegenüberstellte, so zeigte es damit, 
daß es sie richtig einschätzte; den freien Verkehr der Interlopers 
zog es mit Recht als seinem Interesse besser entsprechend vor. 
Gewisse örtliche Vorteile hatten. diese auswärtigen Stapel den 
niederländischen Städten gewiß gebracht, namentlich den kleineren, 
1) Rooschbhoom, S:. 221. 
2) Davidson u. Gray, S. 356. 
3 Rooseboom,S. 236, Davidson u. Gray, S:253. 
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