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kann, die sicherlich nichts mit einer unzweckmäßigen Verteilung der Kräfte
zu tun hat, denn durch die Vernichtung der Fische wird keine
Produktion an anderer Stelle gefördert. Heute kommt eine
solche Vernichtung von Produkten seltener vor, da man die rechtzeitige Reduk
tion der Produktion vorsieht.
Wir sehen aus dem Bisherigen, daß unsere Organisation keine volle Aus
nützung aller Kräfte sichert. Dies kann dazu führen, daß die Anbaumöglichkeiten,
die Viehzuchtmöglichkeiten nicht voll ausgenützt werden. Immer wieder sehen
wir verlassene Almen, welche von den Bauern aufgegeben wurden, weil sie einen
zu geringen Gewinn abwarfen. Die unzulängliche Ausnützung der Produktions
mittel gilt auch für das Produktionsmittel „Mensch“. Massenarbeitslosigkeit
ist keine seltene Erscheinung. Sie hat vielfach Auswanderung zur Folge, wenn
die Menschen in der Fremde Arbeit und Erwerb finden, welche ihnen die Heimat
versagte. Im Jahre 1913 machte sich dies in Österreich durch den Ausfall von
100 000 Mann bei den Stellungen bemerkbar, von denen etwa 87 000 Mann allein
auf Galizien und die Bukowina entfielen. Die Auswanderung ist insbesondere
in den Gebieten des Großgrundbesitzes sehr stark, welcher eine der wichtigsten
Auswanderungsursachen ist. Bei der starken Auswanderung spielt auch Abenteuer
lust und Furcht vor dem Militärdienst mit, aber all das verschwindet hinter der
Hauptursache: Mangel an Erwerbsmögliöhkeiten. Verschlechtern sich die Erwerbs
möglichkeiten im Auslande, so geht die Auswanderung zurück, wie dies die Hafen
statistik deutlich zeigt (Tabelle III). Im Jahre 1907 trat in den Vereinigten Staaten
Tabelle III.
Überseewanderung aus Österreich nach der Hafenstatistik
in Hunderttausenden:
1906
136
1907
154
1908
58
1909 1910
132 142
1911
92
1912
131
eine Krise ein, welche Massenentlassungen der Arbeiter zur Folge hatte. Die
Rückwanderungsstatistik gibt dementsprechend erhöhte Ziffern an (Tabelle IV).
Tabelle IV.
Rückwanderung aus d. Verein. Staaten nach Österreich-Ungarn
1908
130
in Hunderttausenden :
1909 1910 I 1911
49 47 ! 86
1912
89
Unter solchen Umständen hat die Armeeverwaltung ein unmittelbares Inter
esse an der Verbesserung der Wirtschaftsverhältnisse Galiziens. Die Entstehung
großer Industrien, die Entfaltung des Kleingewerbes könnten eine gewisse Abhilfe
schaffen, weil auf diese Weise ein erheblicher Teil jener Bevölkerungsmassen,
die der Großgrundbesitz verdrängt, im Inlande aufgesaugt werden könnten. Die
Armeeverwaltung selbst kann nur in geringem Ausmaß darauf einwirken, sofern
sie nämlich als Käuferin von Waren auf den Markt tritt. Dadurch, daß Heeres
lieferungen, sei es nun durch die Heeresverwaltung selbst oder durch Vermittlung
des Arbeitsministeriums, iin den Hauptauswanderungsgebieten verteilt werden,
kann man gelegentlich der Beschaffung des Ausrüstungsmaterials Soldaten im
Lande zurückhalten. Es sind dies sozialpolitische Gesichtspunkte, die vielfach
hinter rein fiskalischen zurücktreten. Vom Standpunkte des Ressorts aus,
welches die Bedarfsdeckung durchführt, wird man natürlich nur dort kaufen,
wo man die Ware am billigsten bekommt, vom Standpunkte des Gesamtstaates
aus kann es möglicherweise angiezeigt sein, auch dort zu kaufen^ wo die Be
schaffung teurer ist. Der höhere Preis enthält gewissermaßen eine Industrie-,
Gewerbe- oder Agrarunterstützung in sich,.
Vielfach wird darauf hingewiesen, daß die Auswanderung zur Besserung
der heimischen Verhältnisse beitrage, weil sie Geld ins Land bringe; dies gilt
aber nur teilweise. Gebiete, welche anfangs nur Saisonwanderung kennen.