389)] Das Unternehmereinkommen. 481
40—850 Millionen den Lohnarbeitern zu, es sind zusammen mit einigen weitern kleinen
Posten nahe an 600 Millionen Kronen.
231. Das Unternehmereinkommen, sein Wesen, seine Ausgleichung.
Der Unternehmergewinn ist (vgl. JI S. 416) früher bald als Kapitalgewinn, bald
als Arbeitslohn aufgefaßt worden. Er wird jetzt allgemein und mit Recht als eine
besondere Art des Einkommens betrachtet. Er unterscheidet sich von Lohn und Gehalt
sowie von dem bedungenen Kapitalzins dadurch, daß er an sich unficher, jedenfalls
seiner Höhe nach nicht im voraus festgesetzt ist, ja daß er sich in eine Zubuße
verwandeln kann; er ist nicht Kapitalgewinn und Arbeitsentgeld, weil er auf
Faktoren beruht, die von Kapital und Arbeit unabhängig sind. Er ist ein
Ergebnis der Geschäftsthätigkeit, wie es sich am Schluß des Jahres aus den Pro—
duktionskosten und den Verkaufspreisen, aus deren Vergleichung, dem Reinertrag ergiebt.
Er fließt der Einzelperson oder der Gesellschaft, der Korporation u. s. w. zu, welche
das Geschäft begründet hat, auf deren Gefahr es geführt wird. Man hat mit Rücksicht
auf die heutigen komplizierten Betriebsformen arbeitende und nichtarbeitende Unter—
nehmer (Aktionäre, Genossenschafter u. s. w.) unterschieden. Juristisch sind ja die
Dividenden beziehenden Aktionäre u. s. w. Träger der Unternehmung; in Wirklichkeit,
psychologisch und wirtschaftlich sind die Mehrzahl solcher Beteiligten nur Bezieher von
schwankenden Renten; die thaisächlichen Unternehmer sind immer diejenigen wenigen
Personen, welche die Geschäfte leiten. Daß die größeren Geschäfte in Aktien-, Trust⸗,
Benossenschaftsform ein ganz neues Element in das Wirtschaftsleben einführen, Ge—⸗
chäftsbetriebe mit beauftragten Vertrauensmännern, Beamten, mit anderer breiterer
Risikoverteilung als das Privatgeschäft darstellen, haben wir oben schon (18 188-147)
näher gesehen. Davon ist hier nicht weiter zu handeln, sondern nur von der Natur
des Unternehmereinkommens an sich.
a) Die Unternehmer stehen heute als die verantwortlichen Lenker der Produktion
und des Handels zwischen den übrigen Klassen der an der Produktion Mitwirkenden
und den Konsumenten. Sie sind es, die auf der einen Seite heute ein-, auf der andern
morgen verkaufen; sie verlangen bestimmte Mengen von Land, Gebäuden, Maschinen,
von Rohstoff und Hülfsstoff, von Kapital und Ärbeit, sie suchen diese so billig als
möglich zu erhalten; sie haben zu rechnen, welche Mengen von Produktionsmitteln und
halb fertigen Waren sie an die Produzenten der weileren Verarbeitungsstadien, von
sertigen Waren an die Händler und Konsumenten des In- und Auslandes künftig absetzen
können und zu welchen Preisen. In den stets sich fortsetzenden ungeheuren und wechsel⸗
vollen Prozessen der Gütererzeugung und des Güterumsatzes haben die Unternehmer ,tets die
aus der Vergangenheit stammenden Produktionsmittel, Rohstoffe u. s. w.· mit ihren
heutigen Preisen und den zukünftigen Bedarf mit seinen ungewissen zukünftigen Preisen
ju überblicken und nun spekulierend zu überlegen, wie sie es einrichten können, daß ihr
verkäufliches Produkt ihnen mehr eintrage, als ihre Kosten ausmachen. Sie haben in
der Regel weder die Preise ihrer Auslagen, noch die ihrer Verkaufsprodukte in der
Hand; beide bilden sich auf dem Markte, sie müssen ihre Produktenmenge, ihren inneren
Betrieb, die auszuwählenden Mittel und Wege, die Methoden diesen ihnen gegebenen
Faktoren anpassen. Ihr Einkommen hängt 1. ab von dem Maße, in dem sie die Preise der
Produktionsmittel und die der verkäuͤflichen Produkte richtig erkennen und voraussehen;
sie müssen hohe kaufmännische Fähigkeiten haben, Quellen, Bedarf, Konkurrenzverhältnisse
genau kennen oder vielmehr immer neu richtig zu schätzen vermögen. Und es ist 2.
bedingt von dem Maß, wie sie nach Innen verstehen, die rechten Leute auszuwählen
and in rechte Verbindung zu bringen, die best möglichen Maschinen und Methoden
zu verwenden, ihr Geschäft an den passendsten Ort zu legen, jede unnötige Ausgabe zu
vermeiden. Beides sind schwierige Funktionen, der kleinste Fehler auf beiden Gebieten
bringt Verlust, das Verharren in hergebrachten Geleisen genügt immer weniger, je
komplizierter der Weltmarkt und die Technik werden. Das kaufmännisch spekusierende
and das organisatorisch technische Talent muß unausgesetzt nach Verbesserungen aus—
pähen. wenn die Konkurrenz nicht das Geschäft vernichten soll. Kleine Verbesserungen in