fullscreen : Die Wirkung der Getreidezölle

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bezirk,  der  einen  bedeutenden  Bruchtheil  seines  Getreidebedarfs  von
aussen  beziehen  muss.
Die  örtlichen  Preisunterschiede  bringen  es  nun  mit  sich,  dass
die  Einfuhr  von  verzolltem  ausländischem  Getreide  häufig  in  derselben ­
  Zeit  auf  gewissen  Märkten  möglich  ist,  auf  anderen  aber
nicht.  Es  wird  also  keineswegs  der  ganze  Getreideverbrauch  Deutschlands ­
  um  den  vollen  Zollbetrag  vertheuert,  vielmehr  steht  der  Preis
in  der  längsten  Zeit  des  Jahres  auf  den  meisten  Märkten  so,  dass
fremdes  Getreide  nicht  mit  Vortheil  eingeführt  werden  kann.  Die
Einfuhr  desselben  wird  meistens  nur  vorübergehend  und  mit  Benutzung ­
  besonderer  günstiger  Gelegenheiten  möglich.  Namentlich
kommen  ihr  die  zeitlichen  Schwankungen  der  Getreidepreise
zu  statten,  deren  Ausnutzung  Sache  der  Speculation  ist,  und  zwar
hauptsächlich  der  reellen,  mit  genügendem  Kapital  arbeitenden
Speculation.  Vergleicht  man  die  Getreidepreise  in  den  zollfreien
Niederlagen  eines  Einfuhrhafens  mit  den  gleichzeitig  an  einem
grösseren  Binnenmärkte  geltenden,  so  wird  man  selten  eine  Differenz ­
  finden,  welche  ausreichte,  um  den  Zoll  und  die  Transportkosten
nach  dem  letzteren  zu  decken  und  noch  den  normalen  Handelsgewinn ­
  übrig  zu  lassen.  Blickt  man  aber  einige  Monate  weiter  zurück,
so  stösst  man  häufig  auf  einen  Preis  des  unverzollten  Getreides,  bei
dem  die  Einfuhr  desselben  gegenwärtig  mit  Vortheil  möglich  wäre.
Wer  also  damals  in  dem  Einfuhrplatz  Vorräthe  zum  Tagespreise
gekauft  und  auf  Lager  gebracht  oder  zu  einem  wenig  abweichenden ­
  Preise  einen  Kauf  auf  Lieferung  in  der  Gegenwart  abgeschlossen
hat,  kann  diese  Waare  jetzt  trotz  des  sie  belastenden  Zolles  mit
Gewinn  auf  dem  inneren  Markte  verkaufen.  An  den  Handelsplätzen
solcher  Gebiete,  die  nothwendig  einer  Zufuhr  von  aussen  bedürfen,
können  solche  speculative  Geschäfte  mit  grosser  Sicherheit  gemacht
werden.  In  den  nächsten  Monaten  nach  einer  befriedigenden  Ernte
steht  dort  in  der  Regel  der  Preis  des  inländischen  Getreides  so
niedrig,  dass  die  Differenz  gegen  den  gleichzeitig  für  das  unverzollte ­
  ausländische  geltende  die  Einfuhr  nicht  gestattet.  Aber  im
folgenden  Frühjahre  sind  die  Vorräthe  knapp  geworden,  und  da
zur  Deckung  des  Bedarfs  eine  Einfuhr  unumgänglich  ist,  so  muss
der  Preis  —  gewöhnlich  im  Laufe  der  Monate  April  bis  Juli  —  soweit ­
  steigen,  dass  der  Verkauf  des  auswärtigen  verzollten  Getreides
            
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