Object: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

aufbewahren, nicht in die Kanne zurückgeben und bei passenden Ge- 
legenheiten für sich verwenden, 
IL Fertigungswirtschait 
1. Arbeitskraft, Zeitersparnis und Höchstleistung, 
Soll die Arbeit gut gedeihen, muß das Herz fröhlich sein, heißt 
es im Liede, 
Um eine möglichst große Leistung zu erzielen, ist Grundbedin- 
gung, daß Lust und Liebe für die Arbeit vorhanden ist, Wenn der 
Gehilfe schon morgens beim Betreten der Werkstelle wie ein Rekrut 
angebrüllt wird, ist es mit der rationellen Leistung für den Tag vor- 
bei. Wenn der Gehilfe einen Lohn bezieht, der es ihm nicht ermög- 
licht, für seine Familie zu sorgen, oder nicht einmal ausreicht, seiner 
eigenen körperlichen Lebensmaschine die nötige Kraft zuzuführen, 
so kann man nicht erwarten, daß der Mann rationell arbeiten kann. 
Andererseits ist es aber für größere Leistungen von Bedeutung, daß 
der Meister seinen Betrieb so gestaltet, daß der Gehilfe, die Erfül- 
lung der vorher gesagten Bedingungen vorausgesetzt, die Zeit, in der 
er arbeiten soll, auch. richtig ausnutzt, daß nicht nur die Schicht- 
zeit pünktlich eingehalten wird, sondern daß die Arbeitszeit, die 
bezahlt wird, auch tatsächlich ausgenutzt wird, Es ist ein altes Übel 
in unserem Berufe, das leider noch sehr. tief eingewurzelt ist, daß der 
Arbeitsbeginn verzögert wird, Wenn z. B. die Arbeitszeit um 8 Uhr 
beginnt, soll der Gehilfe um 8 Uhr an der Arbeit sein, Aber wie ist 
es meistens? Punkt 8 Uhr erscheinen die Herren zur Arbeit, Nun 
beginnt das Umkleiden und frühestens 1/4, nach 8 Uhr ist man an der 
Arbeit. Gewöhnlich sammeln sich die Leute vor der Werkstelle oder 
Arbeitsstelle und mit der Uhr in der Hand warten sie bis 8 Uhr, um 
nur ja nichts von der kostbaren freien Zeit zu verlieren, trotzdem im 
Tarifvertrag steht, daß pünktlich angefangen werden soll, Dasselbe 
wiederholt sich am Mittag. Wo dieser Schlendrian noch herrscht, 
macht das pro Gehilfe pro Tag 1% Stunde = 150 Stunden im Jahr. 
Ein weiterer Fehler besteht noch darin, daß man vielfach die Leute 
jeden Morgen erst in die Werkstelle kommen läßt. Wenn Sachen 
nötig sind, soll man sorgen, daß möglichst alles mit einem Transport 
zur Stelle geschafft wird und die Leute pünktlich an die Arbeit 
gehen können. Vor jedem Arbeitsstück soll der Meister erst genau 
feststellen was an Material und Werkzeug notwendig ist und die 
Leute erst beginnen lassen, wenn alles an Ort und Stelle ist. So kann 
Manche Stunde gespart werden. 
Ein weiterer Umstand, der leider in unserem Gewerbe einge- 
bürgert ist, ist die durchgehende Arbeitszeit. Wenn wir engl. Lebens- 
weise führen würden und unsere Leute dafür geschaffen wären, 
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