Lotz.
Im ersten "Teil seines Handbuches spricht Lotz *) von der
Produktion der Güter und wirft die Frage: auf, wie entstehen
die Dinge, die der Mensch zu Gütern erheben kann?
Lotz lässt nur die Natur und den menschlichen Geist als
Factoren gelten, die Güter schaffen können, Die Natur schafft
möglichst unabhängig von menschlichem Einfluss und menschlicher
Thätigkeit; der Mensch hat die Erzeugnisse nur zu würdigen,
der menschliche Geist eignet sich die Dinge an, schafft und bringt
hervor. Aber nur mit Hilfe der Natur gelingt es ihm, materielle
Güter zu schaffen. Nur die Erhebung der Dinge zu Gütern
durch Anerkenntnis ihrer "Tauglichkeit für menschliche Zwecke
steht dem Menschen zu, das Schaffen der Dinge bleibt der Natur
and dem menschlichen Geiste gemeinsam vorbehalten.
Hat man nur das Entstehen der Dinge im Auge, so kann
man unter Produeieren nur eins verstehen, nämlich: Dinge hervorbringen,
die vorher nicht da waren, oder wenigstens in andever
Form. Das wäre dann lediglich eine Sachenproduktion, mit
der zuyleich eine Güterproduktion verbunden sein kann. Proäuktion
ist demnach jede Schöpfung von Sachen, die mehrere
der andere Dinye schafft.
Denkt man an das Verhältnis des Menschen zur Güterweit
— bei der Sachenproduetion tritt der Mensch nur den
Sachen gegenüber — so erhält der Ausdruck Producieren einen
anderen Sinn, dann handelt es sich um das Hervorbringen von
Gütern, die Tauglichkeit der Dinge für menschliche Zwecke giebt
den Ausschlag, und Lotz kommt zu einem zweiten Begriff für
produeieren, nämlich, „ein Ding hervorbringen, an dem der Mensch
Tauglichkeit für seine Zwecke anerkennt“, Dieser zweite Begriff
ist dann eben eine Erweiterung des ersten, Wo unter producieren
das Hervorbringen einer Sache verstanden wurde,
Production aber in diesem Sinne heisst, jede Äusserung der
productiven Kraft des Menschen, oder der Natur, welche dem
Menschen ein solches Ding liefert.
Die Staatswirtschaftslehre hat es nicht mit dem Producieren
an sich zu thun; sondern nur mit der gewinnbringenden Produc-*\
Lotz. Handhuch der Staatswissenschaftslehre. Erlangen 1821.