Teil IL
Rau *) sagt, dass die Untersuchungen über die Produetivität
des Handels nur insofern von wissenschaftlichem Interesse
äind, als sie zur Anwendung der volkswirtschaftlichen Stammbegriffe
Gelegenheit geben; sonst wird man eben sowohl die
wesentliche Verschiedenheit des Handels von den Stoffarbeiten;
als die grosse Nützlichkeit desselben in der Volkswirtschaft immer
anerkennen müssen, wie man auch in jener Hinsicht urteilen
möge, und’ die Entscheidung hierüber ist davon abhängig, wie
man die Begriffe von Wert und Production fasst ; und Roscher**)
sagt, dass jeder Nationalökonom seine Erklärung von Productivität
auf seine Beeriffe von (+ut und Wert bauen müsse.
Auf den Wertbegriff einzugehen, halten wir nicht für nötig,
sondern wir glauben mit einer Untersuchung des Beyriffes Pro-Aduetion
und mit einer Feststellung dessen, was unter Handel zu
verstehen ist, zu ciner Beantwortung der Frage gelangen zu
können: Ist der Handel productiv ?
Im ersten Teil dieser Arbeit findet sich eine genügende Anzahl
von Definitionen von Production wicdergegeben. Hier sei
noch die von Zuckerkandl ***) hinzugefügt, der saet, dass die Produetion
unternommen werde, um ein wirtschaftliches Gut zu erzeugen,
aber er will das Wort wirtschaftlich nicht in seine De-Kinition
aufnehmen, „weil z. D. auch schnell verderbende Sachen
produeciert werden, die, wenn nicht rechtzeitig verkauft, nicht benutzt
werden können. Dann könnte man nicht von einem wirt-‘)
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre S. 121. Leipzig 1860.
**) Roscher System I. $ 48.
k**) Art. Wörterbuch der Volkswirtschaft. Band II.