Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 1.

ja auch durchaus erlaubt, ja unvermeidlich, einzelne fragliche
 Massregeln auf ihre Nützlichkeit zu prüfen — der Fehler
ist nur der, dass Paley die Nützlichkeit zum ausschliesslichen
obersten Prinecip aller Moral und Politik erhebt, weil dadurch
die Grundbestimmungen aller Moral und Politik, ja der Staat
selbst zu einer Frage der individuellen Willkür werden, weil
dadurch beschränkte, engherzig egoistische, materialistische
Rücksichten die einzig leitenden Motive werden, nirgends mehr
3ine wirklich zusammenhaltende, belebende Kraft und eine
feste unwegräumbare Schranke oppositioneller Willkür besteht.
Hervorzuheben sind noch Paley’s Ansichten über die englische
 Verfassung (Buch 6, Cap. 7). Diese ist nach Paley
nicht nach planvollem Princip symmetrisch aufgebaut, sondern
aus Zufälligkeit und Nothwendigkeit im Laufe der Zeit herausgewachsen.
 Reformpläne dürfen nicht nach speculativen
Idealen, sondern durch Vergleich der Thatsachen beurtheilt
werden. Demgemäss solle man weder alles Bestehende blind
bewundern, noch ungeduldig neuerungssüchtig sein. Das Wahlvecht
 für das Haus der Gemeinen zu reformiren, sei verfehlt,
jenn es komme nicht darauf an, wer wählt, sondern ob die
zxeeignetesten Leute gewählt werden, und das jetzige
Haus der Gemeinen enthalte faktisch die denkbar geschäftskundigsten
 und solche Leute, die das denkbar höchste Interesse
an der allgemeinen Wohlfahrt hätten.
Die Idee der historisch - organischen Entwicklung der
Staatsverfassung wird also nicht weiter verfolgt, sondern zus
Nützlichkeitsgründen wird Zufriedenheit mit den bestehenden
Zuständen gepredigt. Welche Antwort aber hätte Paley für
diejenigen, welche behaupten, das aristokratische Haus der
Gemeinen kenne und vertrete nicht das Interesse der Massen
 und das ganze Volk müsse durch seine wirklichen Vertreter
 für sein nur von ihm selbst erkanntes Wohl sorgen?
Was könnte Paley denjenigen antworten, die behaupten, dass
die 200000 Wähler bei der Wahl nur an ihre eigenen
Interessen denken? Er könnte den Anhängern dieser Meinung
nicht einmal antworten, dass die Erhaltung der Rechtscontinuität
 ein über allen Interessen stehendes höchstes Postulat
            
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