Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 2. 
mehr führt er am Schlusse des 1. Capitels des 1. Buchs aus, 
dass die Interessen der Grundeigenthümer und Arbeiter natur- 
gemäss und immer mit den Interessen der ganzen Gesellschaft 
und des Staates zusammenfallen, dagegen nicht das Interesse 
Derjenigen, die vom Capitalgewinne leben. „Da sich ihre 
Gedanken gemeiniglich lieber mit dem Interesse ihres eigenen 
besonderen Gewerbes als mit dem Interesse der Gesellschaft 
beschäftigen, so kann man sich auf ihr Urtheil, selbst wenn 
sie es auf’s aufrichtigste äussern (welches nicht allemal ge- 
schehen ist), in Ansehung ihres eigenen besondern Interesses 
weit mehr verlassen, als in Ansehung der öffentlichen An- 
gelegenheiten.‘““ Adam Smith sagt, Kaufleute und Fabrikanten 
hätten oft „die Grossmuth der Grundeigenthümer hintergangen“, 
ihr und des Staates Interesse dem des Capitals als dem 
vermeintlichen Interesse des Staats zu opfern. An einer‘ an- 
deren Stelle (Buch III, Cap. 6) tadelt er den Mangel an Patrio- 
tismus von Kaufleuten und Gewerbetreibenden, die überall 
hingingen, wo der Handel gedeiht, zeigt, dass Grundeigen- 
thümer dem elenden Monopolgeiste weniger ergeben seien als 
Fabrikanten (Buch IV, Cap. 2); und besonders weist er an 
ı dem Beispiel der ostindischen Compagnie nach, wie unfähig 
‚Kaufleute zur Regierung eines Staates seien. Bei seiner Em- 
pfehlung des Freihandels ‚und dem: Kampfe gegen das Pro- 
tectivsystem ist A. Smith keineswegs der Ansicht, die Manu- 
facturschutzzölle seien ein geringes Uebel gegenüber den Korn- 
zöllen, sondern er betrachtet letztere als eine verfehlte Ein- 
richtung, zu der die Grundeigenthümer durch das Beispiel 
der Gewerbetreibenden verführt. worden seien; er will Handels- 
and Gewerbefreiheit unverkennbar im allgemeinen Interesse, 
gegenüber dem Sonderinteresse des monopolsücht igen Capitals. 
Der Capitalist erscheint bei A. Smith als klug und ver- 
schlagen, der Grundeigenthümer als nobel und ehrlich, aber 
oft unklug, der Arbeiter als wenig urtheilsfähig. Der Inter- 
essen des Arbeiters nimmt sich A. Smith mit Wärme an. 
Der nothwendige Unterhaltsbedarf ist nur der Minimallohn, 
nicht der natürliche Lohn, der Lohn steigt und fällt nicht mit 
dem Getreidepreis, sondern oft umgekehrt; er steigt durch
	        
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