Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

220 „Erstes Buch, Cap. 2. 
der auf Vernunft begründeten Hoffnung hingeben, durch Fleiss 
und Thätigkeit in eine bessere Lage zu kommen; die Be- 
johnung für Anstrengung und Tugend würde häufiger wer- 
den, die Lotterie der menschlichen Gesellschaft aus weniger 
Nieten und mehr Treffern bestehen und die Summe des 
socialen Glücks entschieden znnehmen.‘“ — 
Wir erkennen hieraus die Idee des socialen Fortschritts 
durch allmälige Emporhebung eines wachsenden Theils des 
Proletariats und Aufhebung des absoluten Elends des letzteren ; 
das Zugeständniss, dass die gegenwärtige Gütervertheilung 
nicht absolut gerecht (wenn auch keine durch Gewalt umzu- 
stürzende . Ungerechtigkeit) ist: kurz, das Programm der 
socialen Reform im doppelten Gegensatz zu optimistischem 
socialem Conservatismus und zu socialer Revolution. 
Dieser Glaube an Fortschritt und dieser Wunsch nach 
Reform tritt noch an vielen Stellen, besonders auch in den 
Schlussworten des ganzen Werks hervor, wobei diese Ansichten 
in deutlich erkennbarer Verbindung mit den sonstigen Grund- 
anschauungen des Verfassers auftreten. (Buch, IV, Cap. 14): 
„Alles zusammen genommen sind unsere Aussichten in 
Bezug auf Milderung der aus dem Bevölkerungsgesetz hervor- 
gehenden Uebel zwar nicht so glänzend als wir wünschen 
möchten, aber doch keineswegs ganz entmuthigend und keines- 
wegs brauchen wir an jener allmälig fortschreitenden Ver- 
besserung der menschlichen Gesellschaft zu verzweifeln, welche 
vor den jüngsten wilden Speculationen über diesen Gegenstand 
das Ziel vernünftiger Hoffnungen war. Den Gesetzen des 
Eigenthums und der Ehe und dem scheinbar engherzigen 
Prineip der Selbstsucht, welches jedes Individuum antreibt, 
sich zur Verbesserung seiner Lage anzustrengen, verdanken 
wir alle edelsten Bethätigungen des menschlichen Geistes, 
Alles, was die Civilisation von der Barbarei unterscheidet. 
Eine genaue Untersuchung des Bevölkerungsgesetzes zwingt 
uns zu dem Schluss, dass wir niemals die Leiter, die uns so 
hoch hat steigen lassen, umwerfen können; aber keineswegs 
beweist es, dass wir durch dieselben Mittel nicht noch höher 
steigen können. Die Structur der Gesellschaft in ihren grossen
	        
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