Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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entwickelt, nicht bewiesen; es erscheint in der Natur des 
Menschen begründet, Das Nützliche „soll sein“ und ist 
„recht“. Das Interesse der Gesammtheit ist die Summe des 
Interesses der einzelnen Mitglieder, aus denen die (esammt- 
heit. zusammengesetzt ist, 
Bentham versucht nachträglich eine Art negativen Be- 
weises für sein Princip, indem er andere Principien zu wider- 
legen trachtet, nämlich den Ascetismus, mit welchem Wort 
auch alle Anschauungen, die das honestum statt des Nütz- 
lichen zum Princip erheben, bezeichnet werden; das Princip 
von Sympathie und Antipathie, unter welchem Ausdruck 
Bentham auch die Zurückführung der Entscheidung über 
Recht und Unrecht auf das Gewissen begreift; endlich theo- 
logische Weltanschauungen, Letztere weist Bentham mit den 
Worten zurück, was Recht ist, sei sicher Gottes Wille, aber 
wir müssten eben zuerst wissen, was Recht ist, da wir Gottes 
Willen nicht direct kennen. So wird die geoffenbarte Religion 
zur Seite geschoben, — Dumont schiebt die Consequenz ein, 
Tugend sei Aufopferung eines kleineren für ein grösseres 
Interesse, 
Die Begriffe von Lust und Leid werden nicht definirt; 
dafür entschädigt uns nur eine höchst ermüdende und doctri- 
näre Aufzählung aller Arten von Leid und Lust. Es giebt 
14 einfache Arten von Lust, 12 einfache Arten von Leid, die 
hinwieder in Unterarten zerfallen. Leid- und Lustempfin- 
Jungen erscheinen mit Ausnahme der wenigen, die auf Wohl- 
wollen oder Bosheit beruhen, als „selfregarding‘“, d. h. aus"dem 
Egoismus entspringend; und von den vier Quellen von Leid 
ünd Lust, der physischen, politischen, moralischen und 
'eligiösen ist die physische die grundlegende, Die Gründe, 
die den Werth einer Art von Lust und Leid für den einzelnen 
Menschen bestimmen, werden auch aufgezählt und es werden 
32 Umstände nebst Unterarten und secundären Umständen 
aufgeführt, die bewirken, dass dieselben Ursachen bei ver- 
Schiedenen Menschen ein verschiedenes Maass von Lust und 
Leid hervorrufen. 
All dies sind Irrgänge eines Geistes, der abstracte Schemati- 
J. Bentham.
	        
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