Cobbett.
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Frauen, Schuhe, Strümpfe und Kopfbedeckung, Glasfenster in
den Wohnungen, Betten und Bettzeug: einen Abtritt in jedem
Haus — man füge das Alles hinzu und dann hat das Organ
recht. Das sind nach mir die Zeichen guter politischer
Zustände. Und von Herzensgrund verabscheue ich die Libe-
ralen, deren Programme nur von geistigen Freuden reden,
während die elenden Gerippe unter ihrer Herrschaft vor Hunger
und Elend sterben.“
So bereitete Cobbett direct die politische Arbeiterpartei
der Chartisten vor; aber immer erwartete er Besserung der
Lage der Arbeiter nur durch Politik und dachte nicht an
Speciellen Krieg gegen die Fabrikherrn.. In seinen Angriffen
gegen einzelne staatliche Institutionen übertrieb er entsetzlich,
aber er traf doch immer Puncte , in denen in der That eine
Benachtheiligung der Arbeiter und Armen nachweisbar war,
Wenn er denn auch, leidenschaftlich und gemeine Leiden-
schaften schürend;, weit über das Ziel hinausschoss.
Der keimende Gegensatz zwischen Arbeit und Capital
tritt besonders deutlich hervor, wenn man Cobbett’s Schriften
über Papiergeld und Staatsschuld mit denen von Ricardo
vergleicht. .
1828 erschien Cobbett’s Schrift: „Paper against Gold,“
die aus 29 zuerst 1810—1811 erschienenen Briefen besteht,
und Wellington gewidmet ist. In der Vorrede sagt Cobbett
Mit unglaublichem Selbstgefühl — das aber nie so, theatra-
isch ist wie später bei O’Connor — er habe schon. 1803 er-
kannt, dass das Papiergeld entwerthet sei und Erschütterung
iM Lande hervorrufen müsse, wenn man nicht zur Goldwäh-
tung zurückkehre und gleichzeitig die Staatsschuld
vermindere. Man habe nur das erste, nicht zugleich das
letzte gethan und dadurch das Volk schwer geschädigt; man
hätte das stehende Heer abschaffen, die Hälfte der Steuern
°rlassen müssen und solle das noch jetzt thun. Schon 1803
habe er und vorher schon Paine die Nutzlosigkeit des Tilge-
fonds bewiesen..
„In den Briefen nun gab Cobbett dem Volke eine vom
Standpunkt seiner Tendenz ausgezeichnet geschriebene Ge-