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Erstes Buch, Cap. 5.
wurde, schon eine höhere sociale Stellung als grosser und er-
folgreicher Fabrikant errang, der aber niemals irgend eine
regelrechte wissenschaftliche Schule durchmachte, Welche
Schriften uhd persönlichen Einflüsse ihn anregten, ist schwer
nachweisbar, da er zwar bekanntlich Vielerlei gelesen hat
und mit vielen hervorragenden Männern Umgang hatte, in
seinen zahllosen Schriften aber fast niemals eitirt und bei der
überaus starken, wenngleich ehrlichen Illusionsfähigkeit sei-
nes Wesens alle von ihm ausgesprochenen Gedanken für seine
eigenste Erfindung hielt. Er gehört zu den utopischen Socia-
listen, welche ohne jede Neigung zur Gewaltthat und zur Ver-
bindung mit der politischen Revolution alle Leiden der Mensch-
heit durch ein von ihnen erfundenes Weltbeglückungssystem
aufheben und dieses lediglich durch die Kraft der Ueberzeu-
gung einführen wollen. Solche Schwärmer hat es zu den ver-
schiedensten Zeiten gegeben und kurz vor Owen’s Auftreten
schrieb Fourier, mit dessen Ideen Owen’s Vorschläge ver-
gleichsweise am meisten Aehnlichkeit haben, sein grundlegen-
des Werk „Theorie des quatre mouvements‘‘ (1808). Owen hat
aber nie eine andere Sprache als die englische gesprochen
und verstanden und so unterliegt es keinem Zweifel, dass er
eine direete Anregung durch seine zeitgenössischen französi-
schen Gesinnungsgenossen nicht empfing — was auch Rey-
baud zugesteht. Dagegen steht es fest, dass er mit Rousseau
bekannt war und von John Bellers Manches entlehnte. Der
Hauptsache nach gingen seine Ideen hervor aus den durch
die Grossindustrie geschaffenen neuen Verhältnissen, in denen
er lebte, aus seiner Natur, die eine Leidenschaft des Wohl-
thuns besass und aus einer Menge ihm selbst unbewusster
Anregungen des philanthropischen Zeitgeists, die er ohne Kritik
aufnahm und die in ihm eine höchst einseitige warm em-
pfundene und wenig durchdachte Weltanschauung erzeugten.
Ein wichtiger Theil seines praktischen Wirkens fällt erst in
die Zeit nach 1832. Lange vorher aber begann er sein agi-
tatorisches Wirken und sprach er die Grundgedanken aus,
denen er immer treu blieb. So wurde er in derselben Zeit,
in der der alte Radicalismus, der Vorläufer des Chartismus.