Literatur.
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dem Siegeslauf der Grossindustrie anschliessen. Neue Macht und
neue Abhängigkeit, neuer Reichthum und neues Elend, neue Stände
und neue Bedürfnisse entwickelten sich an Stelle der vergleichs-
weise patriarchalischen Zustände, deren vollkommenstes Bild uns die
Gesetze der Elisabeth darbieten.
So bekannt diese allgemeine Entwicklung ist, so schwierig ist
es, sie im Detail unparteiisch zu schildern, Ursache und Wirkung
im Einzelnen nachzuweisen, den Kampf des Neuen mit dem Alten
in seinen einzelnen Stadien zu beschreiben. Man kann wohl sagen,
dass die gebildete Welt im Allgemeinen erst nach 1832 auf die
grosse sociale Umänderung und ihre Bedeutung aufmerksam wurde,
wie ja auch auffallender Weise die socialen und politischen Denker
vor 1832 meistens über diese neuen socialen Thatsachen hinweg-
gingen.
Die offieiellen Quellen, auf welche ich mich hauptsächlich
stütze, und namentlich diejenigen Bücher, welche die sociale Um-
wälzung wissenschaftlich behandeln, stammen auch zum grossen
Theile aus der Zeit nach 1830 oder 1840. Was diese Quellen
betrifft, so sind sie werthvoll, weil sie uns die Folgen der älteren
Entwicklung schildern, die ja noch nicht abgeschlossen war.
Vebrigens werde ich selbstverständlich, so weit es möglich ist,
die gleichzeitigen Quellen besonders benutzen.
In seinen Parlamentspapieren besitzt England ein unvergleich-
liches Quellenmaterial. Mit Bearbeitungen desselben, die dem neuen
Schriftsteller die Arbeit erleichtern könnten, sieht es aber schlecht
aus, indem solche von dauerndem wissenschaftlichem Werth zumeist
nur für einzelnen Zweige der ganzen Frage existiren.
Es mag in dieser Vorbemerkung erlaubt sein, einige weit be-
kannte und viel benützte Bücher kurz zu charakterisiren. Die-
Selben haben auch mir zur Anregung und Belehrung gedient; die
folgende Darstellung konnte sich aber keinem derselben anschliessen.
sondern musste auf die Quellen zurückgehen,
Zunächst müssen zwei Werke erwähnt werden, welche”sich
Zwar nicht ex. professo mit gewerblichen und socialen Verhältnissen,
sondern mit dem Handel beschäftigen, welche aber durch den
grossen Fleiss, mit dem Gesetze, Handelsverträge ete., die sich auf
Wirthschaftliche Verhältnisse beziehen, zusammengestellt sind, auch
bei social-geschichtlichen Studien eine sehr bequeme Hülfe gewäh-
ren, Diese beiden Bücher, je vier Quartbände enthaltend, nämlich:
Anderson, Deduction. of the origin of commerce, containing a history
of the great commercial interests of the Britisch empire (ich be-
nützte eine posthume Ausgabe, London 1801); und Macpherson,
Annals of commerce. London 1805 sind. nebenbei bemerkt, sehr