Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Literatur. 
391 
dem Siegeslauf der Grossindustrie anschliessen. Neue Macht und 
neue Abhängigkeit, neuer Reichthum und neues Elend, neue Stände 
und neue Bedürfnisse entwickelten sich an Stelle der vergleichs- 
weise patriarchalischen Zustände, deren vollkommenstes Bild uns die 
Gesetze der Elisabeth darbieten. 
So bekannt diese allgemeine Entwicklung ist, so schwierig ist 
es, sie im Detail unparteiisch zu schildern, Ursache und Wirkung 
im Einzelnen nachzuweisen, den Kampf des Neuen mit dem Alten 
in seinen einzelnen Stadien zu beschreiben. Man kann wohl sagen, 
dass die gebildete Welt im Allgemeinen erst nach 1832 auf die 
grosse sociale Umänderung und ihre Bedeutung aufmerksam wurde, 
wie ja auch auffallender Weise die socialen und politischen Denker 
vor 1832 meistens über diese neuen socialen Thatsachen hinweg- 
gingen. 
Die offieiellen Quellen, auf welche ich mich hauptsächlich 
stütze, und namentlich diejenigen Bücher, welche die sociale Um- 
wälzung wissenschaftlich behandeln, stammen auch zum grossen 
Theile aus der Zeit nach 1830 oder 1840. Was diese Quellen 
betrifft, so sind sie werthvoll, weil sie uns die Folgen der älteren 
Entwicklung schildern, die ja noch nicht abgeschlossen war. 
Vebrigens werde ich selbstverständlich, so weit es möglich ist, 
die gleichzeitigen Quellen besonders benutzen. 
In seinen Parlamentspapieren besitzt England ein unvergleich- 
liches Quellenmaterial. Mit Bearbeitungen desselben, die dem neuen 
Schriftsteller die Arbeit erleichtern könnten, sieht es aber schlecht 
aus, indem solche von dauerndem wissenschaftlichem Werth zumeist 
nur für einzelnen Zweige der ganzen Frage existiren. 
Es mag in dieser Vorbemerkung erlaubt sein, einige weit be- 
kannte und viel benützte Bücher kurz zu charakterisiren. Die- 
Selben haben auch mir zur Anregung und Belehrung gedient; die 
folgende Darstellung konnte sich aber keinem derselben anschliessen. 
sondern musste auf die Quellen zurückgehen, 
Zunächst müssen zwei Werke erwähnt werden, welche”sich 
Zwar nicht ex. professo mit gewerblichen und socialen Verhältnissen, 
sondern mit dem Handel beschäftigen, welche aber durch den 
grossen Fleiss, mit dem Gesetze, Handelsverträge ete., die sich auf 
Wirthschaftliche Verhältnisse beziehen, zusammengestellt sind, auch 
bei social-geschichtlichen Studien eine sehr bequeme Hülfe gewäh- 
ren, Diese beiden Bücher, je vier Quartbände enthaltend, nämlich: 
Anderson, Deduction. of the origin of commerce, containing a history 
of the great commercial interests of the Britisch empire (ich be- 
nützte eine posthume Ausgabe, London 1801); und Macpherson, 
Annals of commerce. London 1805 sind. nebenbei bemerkt, sehr
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.