Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Zweites Buch, Cap. 2.

Ich werde mich nur mit denjenigen befassen, welche die öffentliche
 Aufmerksamkeit in höherem Maasse auf sich gelenkt und
eine grössere Bedeutung erlangt haben. Im Vordergrund
stehen die Zölle, durch welche die Tuchindustrie gegenüber
der Landwirthschaft begünstigt wurde, die Einrichtungen,
welche sich auf die verschiedenen Zweige der Textilindustrie
 in ihren einander entgegengesetzten Interessen beziehen
 und die Zölle zu Gunsten des Grundbesitzes, Daneben
sollen eine Reihe anderer Zollagitationen und Zollgesetze besprochen
 werden, die charakteristisch sind für den Geist, in
lem das Zollwesen überhaupt betrachtet und verwaltet wurde.
Nach John Smith!) war die Kunst der Wollweberei in
England schon seit den Römerzeiten bekannt, wurde aber
1331 durch flandrische Einwanderung sehr gehoben. 1337
wurde zuerst der Wollexport und der Gebrauch ausländischer
Tuche verboten, was aber nicht ausgeführt wurde. 1339
kamen fiscalische Wollsteuern und 1346, statt des Ausfuhrverbots,
 Wollausfuhrzölle. Diese Steuern von der Wolle bildeten
bis Eduard III. einen Zankapfel zwischen König und Volk.
Unter Elisabeth fand neue Einwanderung von Tuchwebern
statt. In dieser Zeit blühte die Tuchindustrie sehr. Es bestand
 kein Wollexportverbot, nur ein Ausfuhrzoll. Die ganze
Industrie war stark reglementirt, Der Tuchexport war sehr
stark entwickelt, und gleich dem Wollexport in fiscalischem
Interesse besteuert. Zugleich bestand in Bezug auf den Grosshandel
 mit Tuch ein Monopol grosser Gesellschaften seit
Heinrich VIIL Unter diesem Regenten gab es auch schon
eigentliche Tuchfabrikanten, deren Einer hundert Webestühle
in seinem Hause hatte. Schon unter den Tudors war also die
Tuchindustrie vielfach eine capitalistische Industrie, d. h. eine
solche, deren Absatz vom Welthandel abhing und von grossen
Handelsleuten beherrscht wurde, daher auch in dieser Industrie
schon damals bei stockendem Absatz Unruhen der Arbeiter
vorkamen. Unter den grossen Gesellschaften, die den Export
beherrschten, waren die „Merchant adventurers“ die wichtig-')

 Memoirs of Wool. 1757.
            
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