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” Zweites Buch, Cap. 2.
Productionszweige es sind, die in der Wirklichkeit mit dem
grössten Erfolg Schutzzölle anstreben.
Anfangs, als die Begünstigung der Tuchindustrie noch
weniger stark war, trug sie zugleich Steuern — hatte also
auch Pflichten; aber diese verschwanden mit den wachsenden
Rechten, je mehr in der Politik an die Stelle des Gedankens
einer allgemein nützlichen Organisation des Gewerbes der Gedanke
der Beförderung des Reichthums um seiner selbst willen
trat’). Auch die Reglements, welche der Tuchindustrie in
Hinsicht auf Technik, Marktwesen und Arbeiterverhältnisse auferlegt
waren, verfielen allmälig, wie wir bereits gesehen haben.
Nun ist es ja keineswegs verwerflich, eine schon starke
Industrie besonders zu befördern, weil sich dabei die grössten
Erfolge erzielen lassen und weil eine solche Industrie ein
Centrum werden kann, an das sich der Aufschwung anderer
Productionszweige gleichsam anlehnt. Wenn einmal der Reichthum
der Unterthanen Staatszweck geworden ist, so ist es
natürlich, den Hebel da anzusetzen, wo am meisten zu hoffen
ist. Aber die Gefahr besteht, dass andere und allgemeine
Staatszwecke dem Sonderinteresse einzelner Gruppen von
Reichen untergeordnet werden. Und dies zeigte sich bei der
englischen Tuchindustrie. Ihrer Blüthe zu Ehren litt die
Schafzucht, litt Irland, litt die englische Leinenindustrie und
der Handel von Ostindien. Und bald begann ein neuer
Kampf.
Das Verbot des Imports gedruckter Calicos von Indien
bewirkte, dass man in England selbst Calicos zu drucken bezann,
wodurch neue Weberunruhen entstanden. Es wurde
aber nicht nur weisser Calico, der von Indien importirt wurde
and eine Steuer beim Eingang trug, die bei Ausfuhr rückvergütet
wurde, in England bedruckt, sondern auch Leinwand.
Die Zahl derjenigen, welche den Interessen der Tuchindustrie
gegenüberstanden, wuchs dadurch. Namentlich Ende 1719
und Anfang 1720 war der Kampf der zwei Interessengrunpen
') Ochenkowski
vang, 1. Bd... 6. Heft.
über Locke in Hildebrands Jahrbüchern, 18. Jahr-