Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Schutz der übrigen Industrien. 515 
sich aber in aufreibender Weise die Interessen ihrer einzelnen 
Zweige und der einzelnen Theile des Reiches, 
& 8. Handelspolitischer Schutz der übrigen 
Industrien. 
Die Textilindustrie war im vorigen Jahrhundert wie in 
jeder anderen Zeit die wichtigste Industrie und daher waren 
auch für sie die Schutzmaassregeln am meisten ausgebildet. In 
den anderen Industriezweigen aber herrschten ganz ähnliche 
Verhältnisse — Monopolsucht und unlösbare Interessencolli- 
sionen. 
So finden wir 1720 einerseits Petitionen von Strohhut- 
machern gegen den Import von Frauenstrohhüten *), andrer- 
seits Petitionen für das wenn auch zollpflichtige Einlassen von 
Strohgeflecht, da dieser Import des Materials für Strohhüte 
den Export von Wolltuch und anderer Waaren, womit bezahlt 
werde, ermögliche.”) 
Manchmal halfen auch die Arbeiter bei den Petitionen 
um Schutzzoll mit. Doch kommt das nicht häufig vor, und es 
scheint, als ob die Arbeiter in solchen Fällen von ihren Lohn- 
herren zum Petitioniren veranlasst worden wären, So peti- 
tionirten 1764 die Hutmacher im Verein mit ihren Arbeitern 
gegen die Rückzölle auf Biberfelle, welche die französische 
Hutmacherei begünstigten, Man verlangte sogar die Rück- 
zölle durch Ausfuhrzölle zu ersetzen, indem man alles Biber- 
haar gewaltsam in England festhalten wollte.®) 
1737 erhoben sich Interessenkämpfe zwischen Hohofen- 
besitzern und andern Eisenindustriellen. Letztere wünschten 
Importprämien auf Roheisen aus englischen Colonien, um dort 
das Entstehen der Eisenmanufactur zu verhindern und um in 
England schwedisches Eisen entbehrlich zu machen. KErstere 
aber und die Besitzer von Wäldern waren gegen die freie 
1) Journals Vol.„19, S, 245, 249, 250, 252, 254. 
2) Journals Vol. 19, S. 272, 277, 283, 281, 289. 
3) Journals Vol. 29. S. 761, 769. 905. 
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