Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Schutz des Ackerbaus. 527 
oft ertönt, geht stets von der merkwürdigen Annahme aus, 
dass die Zinsen des Ankaufspreises des Bodens resp. die 
Pachtzinsen und dass die herrschende Weise des Anbaus, 
d. h. die bestehende Ausdehnung des Körnerbaus, constante 
Grössen seien — während doch der Ackerbau wie jedes andere 
Gewerbe Werthverminderungen seines Anlagecapitals ausgesetzt 
ist und sich der Nothwendigkeit von . Betriebsänderungen 
unterwerfen muss. Das Committee von 1821 führte dem 
gegenüber ganz richtig aus, dass man den Preis, bei welchem 
Import gestattet sei, bei jeder Zunahme der Bevölkerung immer 
wieder steigern müsse, wenn man fortfahre, unter einem die 
Kosten die Ackerbaus deckenden Kornpreis denjenigen zu 
verstehen, der alle Kosten und Lasten auf dem schlechtesten 
Boden ohne Grundrente und der auf anderem besseren Boden 
diese Kosten nebst einer steigenden Pachtrente ersetzt. 
Uebrigens, meint das Committee, könne kein Schutz weiter 
gehen als bis zum völligen Monopol. Und dieses habe der 
englische Ackerbau zur Zeit — und dennoch leide er gerade 
unter dem Monopol. In gewöhnlichen Jahren, wenn in Eng- 
land eine Mittelernte sei, könne kein fremdes Korn importirt 
werden; bei guten Ernten aber könne aus England nicht 
exportirt werden, weil der Preis im Inland den in der übrigen 
Welt zu sehr übersteige. Bei Fehlernten aber litten die 
Consumenten sehr stark. In der That werde auch kein con- 
stanter Preis von 80 Sh. erzielt, sondern die Weizenpreise 
schwankten in England stärker als anderswo zwischen dem 
Maximum, bei dem importirt werden darf und dem Minimum, 
zu dem gute Ernten den Preis bei unmöglichem Export drücken 
können !). Wenn man sich auf den Standpunet stelle, „dass 
Grundbesitzer, Pächter und Consument, das eine grosse ge- 
meinsame Interesse an constantem genügendem Angebot bei mög- 
lichst constantem Preise haben.“ so sei die Gesetzgebung von 
5 a.a O.; S. 11: „If on the one hand the risk of a defective harvest 
is increased, so on the other will the occasional pressure of very unade- 
quate prices be more severely felt by the growers, whenever an abundant 
harvest or possibly more than one in succession shall lead to a glut 
Of produce without the relief of a vent from exportation.“
	        
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