Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Die modernen Verkehrsverhältnisse. 563 
welches oben (Capitel 1) nachgewiesen wurde. Man denke 
z. B. nur an die Uebelstände im Strumpfwirkergewerbe, welche 
in dieser Weise unmöglich gewesen wären, hätten der Haupt- 
sache nach selbständige Meister mit siebenjährigen Lehrlingen 
gearbeitet. 
Ohne Zweifel gab es im 18. Jahrhundert noch genug Ge- 
werbe, in denen von Hausindustrie nicht die Rede war. Man 
denke nur an Bäcker und Fleischer. Indessen sie herrschte 
gerade in denjenigen Industriezweigen, die am Welthandel 
theilnahmen, auf welche also die öffentliche Aufmerksamkeit 
sich am stärksten hinlenkte. Und die Verhältnisse, die in 
diesem Gewerbe sich entwickelten, wirkten, wenn sie auch 
nur eine Minorität von Industriellen ergriffen, auflösend auf 
alle Gewerbe zurück. 
Es blieb auch oft in einem Gewerbe, wenn die Hausin- 
dustrie zur Herrschaft gelangt war, daneben einiger Hand- 
werksbetrieb bestehen — allein das eben zeigt den Unter- 
gang der Herrschaft des Handwerks, dass die Lage solcher 
Handwerker sich von der der Hausindustriellen kaum mehr 
unterschied — es war eine Zufälligkeit, die kaum noch be- 
achtet wurde. So kamen z. B. unter den Handwebern aller- 
dings noch 18834?) Leute vor, die ihr Garn selbst kauften, ihr 
Gewebe selbst verkauften — aber sie waren gerade so schlecht 
daran wie die reinen Hausindustriellen, 
Der Umsehwung vollzog sich sehr langsam und wurde 
nur wenig bemerkt, Fortschritte der Technik spielten dabei 
mit herein, Der eigentliche Grund des Umschwungs aber lag 
durchaus in der Veränderung der Verkehrsverhältnisse, mit 
denen das grosse Capital emporwuchs und emporwachsen musste. 
8 3, Die modernen Verkehrsverhältnisse. 
Schon, vor der Einführung der neuen Maschinen, welche 
den technischen Betrieb umgestalteten und die sociale Macht 
des grossen Capitals erheblich steigerten, hatte sich, wie wir 
1) Handloom weavers Report von 1834 Qu. 6156. 
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