Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Zweites Buch, Cap. 4, 
Stellt man sich auf den ökonomischen Standpunet, d. h. be- 
trachtet man die Lage der bei den Maschinen beschäftigten 
Arbeiter, so erscheint diese sowohl in Bezug auf die Art der 
Thätigkeit als in Bezug auf die Stellung im Etablissement als 
eine durchaus von der Lage des nur Werkzeuge benutzenden 
Arbeiters verschieden, 
Ein Hammer, ein Hebebaum, eine Nähnadel, eine Schaufel 
u. dgl. sind einfache Werkzeuge, Sie verstärken oder ver- 
schärfen die Kraft des menschlichen Arms, der Hand, der 
Faust, kurz eines Organs des Menschen, welches sich bei der 
Arbeit in derselben Richtung bewegt, in welcher das Werk- 
zeug bewegt wird. Der Arbeiter kann das Werkzeug als ein 
verstärkendes Organ seiner selbst betrachten, sich jedenfalls 
als den bewussten‘ Beherrscher des Werkzeugs ansehen. 
Ein Werkzeug dient gleichzeitig einem Arbeiter allein, der 
also dadurch seine Selbständigkeit nicht verliert, sondern eher 
steigert — namentlich wenn er selbst Eigenthümer des Werk- 
zeugs ist, was er wegen der geringen Kosten des Werkzeugs 
leicht werden kann. Auch ein Spinnrad und ein Handwebe- 
stuhl sind in diesem Sinne noch als Werkzeuge zu betrachten, 
denn sie werden von einem Arbeiter benutzt, der damit 
selbständig ein Product herstellen kann, und verstärken resp. 
vervollkommnen nur die Wirkung, welche durch die Bewegung 
der Hände und Füsse von Menschen geübt wird. 
Sowie eine gewerbliche Vorrichtung mehr leistet, als dass 
sie, von einem arbeitenden Menschen Äenutzt, die Wirkung 
der von seinen Körperorganen ausgehenden Bewegung ver- 
schärft oder vervollkommnet, entsteht die Maschine. Sie ist 
vorhanden, sowie die Thätigkeit des Menschen sich in einer 
Richtung bewegt, welche von der schliesslich durch die Vor- 
richtung entstehenden Bewegung durchaus abweicht, oder, so- 
wie verschiedene Menschen gleichzeitig nöthig sind, um eine 
gewerbliche Vorrichtung in Bewegung zu setzen. Eine Loco- 
motive ist so eihe Maschine, denn die von dem Heizer und 
Führer der Locomotive ausgeübten Handgriffe bewegen sich 
in total anderer Richtung als die Locomotive selbst, die auf 
den Schienen Wagen zieht. Eine Vorrichtung zum Einrammen
	        
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