Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

612 
Zweites Buch, Cap. 4. 
wirthschaftlichen Verhältnisse betrachtet werden muss !). Hart- 
herzige, nur vom Erwerbssinn beherrschte Unternehmer sam- 
melten obdachlose Arbeiter, Frauen und Kinder zu einem 
sogenannten Gang und übernahmen mit diesen nomadisiren- 
den, auf's Härteste behandelten und ausgepressten Arbeits- 
kräften grössere landwirthschaftliche Arbeiten in Accord. Sie 
und die Pächter profitirten davon, die Arbeiter aber wurden 
eine demoralisirte Bande ohne Heimath und Familie, schlecht 
gelohnt und ernährt und verfielen der widerwärtigsten ge- 
schlechtlichen Verwilderung. Die Lage solcher Gangarbeiter 
war noch schlechter als die von Fabrikarbeitern, da sie über- 
haupt gar keine Wohnung mehr besassen. Dazu führte das 
System, welches lediglich danach strebte, mit‘ dem geringsten 
Aufwand den grössten Productionseffeet zu erzielen und ver- 
gass, dass alle Steigerung der Production nur einen Sinn hat, 
wenn sie zur Verbesserung des ganzen menschlichen Daseins 
aller Betheiligten dient. 
Auch an dieser Erscheinung sieht man, dass Herrschaft 
des Grosscapitals und Grossindustrie zunächst den Zweck der 
Reichsthumsvermehrung einseitig in’s Auge fassten — die 
Aufgabe der Zeit war und ist es, nicht der möglichst 
vollkommenen Erreichung dieses Ziels Hindernisse in den 
Weg zu legen, wohl aber ist es nöthig, dass wir bei dieser 
einseitigen und sozusagen vorbereitenden Arbeit nicht stehen 
bleiben. — 
‘) Eine authentische Beschreibung dieses Systems s. Anhang unter N.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.