Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Frauen- und Kinderarbeit. 
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denen die geringe Mächtigkeit des Kohlenlagers zur Anlage 
niedriger Gänge veranlasste, in denen Kinder sich noch be- 
wegen konnten, nicht aber Pferde oder Esel.) Die Kinder 
wurden dazu verwendet, die Thüren in den Gängen auf und 
zuzumachen, die Wege zu reinigen, Kohlen in die Rollwagen 
zu tragen, Wasser auszupumpen — und den Rollwagen in den 
niedrigen Gängen kriechend zu ziehen.?) Auch das kam 
vor, dass Mädchen schwere Kohlenlasten auf ihrem Rücken 
hohe Leitern hinaufschleppen mussten. Die Frauenarbeit 
unter der Erde war besonders in Schottland entwickelt, wo 
die Frauen die allerunangenehmsten Arbeiten übernahmen.?) 
Die Bergwerksbesitzer behaupteten zwar, es würden nur 
acht bis neunjährige Kinder beschäftigt. Die Besitzer aber 
wussten gar nicht, was in der Tiefe der Grube vorging, denn 
sie waren mit ihren speculativen Berechnungen über der Erde 
beschäftigt. Eine erdrückende Menge von Fällen, die consta- 
tirt wurden, bewiesen unwiderleglich, dass sieben- bis acht- 
jährige Kinder ganz gewöhnlich, sechsjährige nicht selten 
waren.*) Selbst Fälle von vierjährigen Kindern wurden con- 
statirt.°) Um vier oder fünf Uhr Morgens wurden die armen 
Geschöpfe aus den Betten zu 15—16stündiger Arbeit®) her- 
ausgerissen; sie genossen dabei mitunter die Gesellschaft total 
nackt arbeitender Männer und wurden von dem Aufsichtsper- 
sonal mit Schlägen tractirt ”). 
Die durchschnittliche Arbeitszeit betrug wohl nur zwölf 
Stunden, aber mehr als sechzehnstündige Arbeitszeit und 
regelmässige Nachtarbeit, sei es zur Vorbereitung der Tages- 
arbeit oder zur ununterbrochenen Fortsetzung des Betriebs 
mit zwei Reihen von Arbeitern kamen vor); die Mahlzeits- 
Ha. a 0.8. 10, 68, 
2 a. a. 0. S. 66, 91. 
3) a. a. 0. S. 24, 91. 
2a. a. 0.589 
55a a O0. S. 9, 15, 16. 
8) a. a. O. S. 50, 51. 
7) a a. 0, S. 84, 125. 
8) a, a. O0. S. 106 £&, 115, 116.
	        
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