Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Handwerk und Grossindustrie. 671 
Sehen wir die Sache genauer an. Wir können absehen 
von den ältesten Formen des gewerblichen Betriebs, dem 
Spinnen und Weben der Frauen im Bauernhause für den 
Familienbedarf, dem Schmiede- und Zimmermannsbetrieb höri- 
ger Leute auf dem Herrenhof, den Klostermanufacturen etc. 
Seit dem Ende des Mittelalters kann man drei Formen des 
Gewerbebetriebes, der überhaupt verkehrsmässigen Absatz 
hat, unterscheiden, die heute noch nebeneinander existiren, 
aber ihre relative Bedeutung sehr geändert haben. 
1) Handwerk. Betrieb von kleinem oder mittlerem 
Umfang, in dem der Meister alle nöthigen Werkzeuge selbst 
besitzt, die Rohstoffe selbst auf dem Markt kauft und die 
Produete an wechselnde Abnehmer, meist direct an Consu- 
menten absetzt; 
— in dem der Meister zwar den Betrieb dirigirt, aber die 
mechanischen Arbeiten seiner Gesellen etc, selbst auch mit ver- 
richtet; 
— in dem also kein principieller Unterschied zwischen 
der Bildung der Arbeitgeber und Arbeiter vorhanden ist, und 
Jetztere in Folge der Kleinheit des Betriebs und des mässigen 
Umfangs der nöthigen Capitalien im Allgemeinen die gerecht- 
fertigte Hoffnung haben. im Laufe ihres Lebens selbst Meister 
zu werden, 
Es arbeitet vorherrschend für den stätigen localen Bedarf, 
Seine ganze Organisation beruht auf dem localen Absatz. — 
2) Hausindustrie, Ein kaufmännischer Unternehmer 
liefert einer Anzahl mechanischer Arbeiter, die sich, nament- 
lich wenn sie ausser ihren Frauen und unerwachsenen Kindern 
noch Gehülfen haben, Meister nennen, und die nöthigen Werk- 
zeuge theils selbst besitzen, theils entleihen, Rohstoff und 
nimmt ihnen das fertige Product zu vorher fest gesetztem 
Preise ab, um es als Grosshändler auf dem grossen Markte 
zu verkaufen. 
Zwischen den mechanisch Arbeitenden und den Consu- 
menten tritt eine capitalistische Macht als selbständiges Ele- 
ment, von welcher der Arbeitende abhängig wird und welche 
auf einen grösseren als den localen Markt speculirt.
	        
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