Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

K. Arbeitende Kinder in Gewerben und Manufacturen, 719 
29, Obgleich in einigen wenigen Gewerhben und Manufacturen gefährliche 
Maschinenwerke gebraucht werden und gelegentlich sehr ernste Un- 
fälle vorkommen, sind doch im Allgemeinen die Kinder einer solchen 
Ursachen entspringenden Gefahr wenig ausgesetzt; zwar sind Unfälle, 
wie zerquetschte Hände, abgeschnittene oder zwischen Zahnräder oder 
unter Walzen geklemmte Finger und von Riemen gepackte Arme in 
ainigen Geschäften keineswegs ungewöhnlich. Manchmal sind es der 
Riemen, Räderwerke etc. so sehr viele und befinden sie sich an so 
axponirten Stellen , dass die Arbeiter sich furchtbar in Acht nehmen 
müssen, um Unglück zu vermeiden; auch könnten Unglücksfälle in 
ien meisten Fällen verhütet werden, wenn man ordentlich darauf 
achtete, dass die Maschinen richtig aufgestellt und mit einer . Schutz- 
wand versehen würden, 
30. In vielen dieser Gewerbe und Manufacturen, besonders bei den Steck- 
nadelfabrikanten, den Nagelschmieden, den Spitzenklöpplern, wie in 
den Strumpfmanufacturen, Kattundruckereien, Töpfereien und Tabak- 
jabriken erhalten die Kinder weder gutes und genügendes Essen noch 
warme und anständige Kleider; viele beantworten an sie gestellte 
Fragen dahin, dass sie selten oder nie genug zu essen hätten, und 
ziele‘ sind nur in Lumpen gehüllt. Auch ist es eine allgemeine Klage, 
dass sie aus Mangel an ordentlichen Kleidern die Sonntagsschule oder 
Xirche nicht besuchen können. 
Eine gewisse Anzahl von Kindern dieser Districte, die in solcher 
Weise thätig sein müssen, sind von derber Gesundheit und lebhaftem 
Wesen, wenn sie auch im Allgemeinnen unter der gewöhnlichen 
Grösse zurückbleiben;‘ aber in der grossen Mehrzahl leidet das kör- 
perliche Befinden der Kinder sehr ernstlich unter den vereinten schäd- 
lichen Wirkungen des so frühzeitigen Arbeitens, der so langen Arbeits- 
zeit und der mangelhaften ungenügenden Nahrung und Kleidung; sie 
sind meistens verkümmert, sehen blass, zart und kränklich aus, kurz, 
machen den Eindruck einer Generation, deren physische Kräfte immer 
mehr abgenommen haben, 
32, Die am meisten unter ihnen grassirenden Krankheiten, und für die 
sie weit empfänglicher sind, als Kinder desselben Alters und Standes, 
die nicht zu arbeiten brauchen, sind krankhafte Zustände der Er- 
nährungsorgane, Krümmungen und Verrenkungen des Rückgrats, 
verunstaltete Gliedmaassen und Krankheiten der Lunge, die mit Ab- 
zehrung oder Schwindsucht endigen. 
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